Kurzes Levitt Update

Wie hier beschrieben, prognostizierte Michael Levitt Mitte November für den 20. 11. 2021 das Hoch der aktuelle Welle in Österreich.

Seither entwickelte sich die Infektionslage folgendermaßen:

Sollte sich der Trend fortsetzen, dann sollten wir in Zukunft öfter auf seinen Berechnungen schauen, seine Erklärungen versuchen zu verstehen und ihn vielleicht auch mal um Rat fragen.

Die österreichische Regierung hat offensichtlich jedoch ein Händchen für „falsche Propheten“. Konsequent hört sie seit März 2020 auf jene Prognostiker, die wohl noch nie eine nur annähernd richtige Prognose abgegeben habe. Wenn ich nur darüber nachdenke, wie viel uns diese Prognosen schon gekostet haben, dann wird mir ganz schwummrig vor den Augen. Und damit meine ich nicht nur die Milliarden, sondern auch all die anderen Kollateralschäden.

Genau betrachtet braucht die österreichische Regierung aber gar keine externe Hilfe. Punktgenau hat sie bei den letzten drei Wellen den Hochpunkt erraten, denn jedesmal kommt der Lockdown rechtzeitig zum Gipfel der laufenden Welle. Ich glaube bei dieser Exaktheit kommt sogar Levitt ins Staunen.

Es wird wohl teurer werden

Keine Angst, bei diesem Bild handelt es sich um keine Inzidenzien, nur um die explodierenden Strompreise.

Im Schatten der Corona-Pandemie steigen diese im Dezember 2021 fast so schnell, wie die Infektionszahlen. In den letzten Jahren pendelte der Preis immer zwischen 20 und 60 Euro die MWh.

Huxley und Orwell

Aldous Huyley und George Orwell gehören wohl zu den bekanntesten Autoren des 20. Jahrhunderts. Beide malten eine düstere, unfreie Zukunft. Während Orwells „1984“ in seiner auf Terror und Überwachung setzt, malt die Dystopie „Schöne Neue Welt“ von Huxley eine wesentliche perfidere Welt von morgen.

In seinem letzten Interview von 1958 beschrieb er seine Vorstellung der Despoten der Zukunft folgendermaßen:

Arte widmete den beiden „Propheten“ eine sehenswerte Dokumentation.

Natürlich gehören beide in jedes Bücherregal und gelesen. Auch wenn diese 1932 beziehungsweise 1948 geschrieben wurden, haben sie nie an Aktualität verloren und regen zum Nachdenken an. Eine Gabe, die 2021 immer weniger erwünscht zu sein scheint.

Levitt’s Austrian Forecast

Nobelpreisträger Michael Levitt prognostiziert am 18. 11. einen Peak der 4. Welle in Österreich für den 20. November 2021.

Natürlich kann er sich auch irren. Sollte jedoch seine Prognose +/- ein paar Tage zutreffen, dann lassen wir uns bitte nicht einreden, dass eine der folgende Regierungsmaßnahmen dafür verantwortlich wären:

Ausreisekontrollen
3G am Arbeitsplatz
2G in Gastronomie und bei körpernahen Dienstleistern
Lockdown für Ungeimpfte
2G Plus oder
Lockdown für Alle

Stagflation ante portas?

Die Inflation steigt in Deutschland auf 3,8 % während die 10 jährige, deutsche Staatsanleihe bei -0,44 % rentiert. Der Realzins fällt somit auf -4,24 %.  Die Importpreise verteuerten sich in den letzten 12 Monaten gar um 12,9 %. Dabei handelte es sich um die stärksten Anstieg seit der Öl-Krise der 1970er Jahre.

In den USA notiert die Inflationsrate bei 5,4 %, bei einer T-Note Rendite von 1,26 %. Somit ist die reale Rendite in den USA ebenfalls mit -4,14 % stark negativ. Gleichzeitig wächst die US Wirtschaft wesentlich geringer als erwartet. Während 8,5 % Wachstum für das 2. Quartal erwartet wurden, wurde heute ein Wert von 6,5 % gemeldet.

Kupfer und Öl notieren in der Nähe mehrjähriger Hochs. Mieten und Löhne beginnen ebenfalls anzuspringen. Über 80 % der Unternehmen informieren in der laufenden Berichtssaison von anziehenden Preisen und ein Ende der Lieferkettenprobleme ist nicht in Sicht, während Containerpreise in Rekordtempo steigen.

Die mUsik Spielt derzeit WoAnders

Die Korrektur am Goldmarkt läuft nun seit sieben Monaten. Seit dem Hoch im August sind viele Werte teilweise um 30 Prozent und mehr zurück gekommen. Die Bewegung hat jedoch eher den Charakter einer Korrektur. Das „Heißlaufen“ der vorangegangenen Monaten mit seinem großen Buffet-investiert-in-Barrick Finale scheint hier seinen Tribut gefordert zu haben, denn weder Mikro- noch Makroökonomisch haben sich große Veränderungen ergeben. Kurz gesagt, die Minen sind profitabel wie selten zuvor und der monetäre Tsunami der Notenbanken und Regierungen hält ungebremst an.

Natürlich gab es auch gute Gründe, welche die Korrektur erklärbar machten. Die US-Renditen zogen an, mit Ihnen der Dollar. Beides wirkt sich tendenziell negativ auf die Edelmetallnotierungen aus. An dieser Front scheint nun jedoch auch einmal ein wenig Ruhe eingekehrt zu sein. Ebenfalls zeigt sich die Spekulation am Terminmarkt als rückläufig und positiv, genauso wie die Charttechnik sich konstruktiv präsentiert. Saisonal ist der Mai ein guter Monat für den Rohstoff Gold, jedoch verlauft der Sommer öfter holprig als rund. Inflation bleibt weiter das Gesprächsthema an den Börsen, ein Fakt der Gold, Silber und die Minen eher stützen sollte.

Ein paar Anpassungen habe ich in der Portfoliostruktur vorgenommen. Endeavour Mining war einfach nach der Teranga-Übernahme in meinen Augen zu günstig bewertet. Prinzipiell möchte ich die Investitionsquote im Wikifolio hoch halten, da ich mittel- bis langfristig von höheren Notierungen ausgehen. Dennoch denke ich, dass hierfür noch etwas Geduld erforderlich sein wird. Derzeit spielt einfach wo anderes die Musik. Mich freut es, denn dort wo es leise ist, findet man oft die günstigsten Bewertungen.

Ich sehe weltweit keine nennenswerten Bestrebungen, …

Ich sehe weltweit keine nennenswerten Bestrebungen, den Wert des Geldes stabil zu halten, im Gegenteil. Daran ändert auch ein Impfstoff nichts. Allerdings gehört der Edelmetallsektor nicht zu den unmittelbaren Profiteuren eines Impfstoffes, daher wurden der komplette Sektor gestern ausverkauft. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Abverkauf noch ein paar Tage weitergeht. An eine nachhaltige Trendwende glaube ich jedoch nicht.

Ich sehe daher am aktuelle Niveau Kaufkurse und nehme keine Veränderung im Portfolio vor. Auf Jahressicht rangiert mein Wikifolio mit der Ausrichtung auf große Minenwerte annähernd 40 Prozent im Plus.

Jenes mit Fokus auf kleinere Minen und Explorer konnte sich noch besser schlagen.

Impfstoffhoffnung wirbelt die Märkte durcheinander

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell wieder zu Wort melde. Aber heute sehen wir einen wahrlich verrückten Montag. Gegen Mittag kündigten PFIZER und BioNTech an, dass sie – aufgrund guter Studienergebnisse – die Zulassung für ihren Covid-Impfstoff beantragen wollen.

Die Märkte reagierten darauf mehr als heftig. Der DAX stieg um gute fünft Prozent.

Einige Werte stiegen sogar um über zehn Prozent.

Gleichzeitig explodierten die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen um über 15 Prozent und notieren nun knapp unter 1 Prozent.

Während konjunktursensible Werte haussiere, kamen viele Lockdown/Corona Profiteure unter die Räder. So notiert Netflix zum Beispiel derzeit fast fünf Prozent im Minus, Drägerwerk gut zehn Prozent.

Ebenso heftig erwischte es Gold, Silber und den Bitcoin.

Viele Minenwerte traf es dabei noch härter. Alleine Barrick Gold notiert mit fast acht Prozent im Minus.

Ich muss sagen, mir kommen die Bewegungen schon sehr übertrieben vor. Ein Impfstoff ist eine erfreuliche Nachricht, aber bis zur Zulassung und der Massenproduktion ist es noch ein weiter Weg. Zudem wird sich auch an der Geld- und Fiskalpolitik nicht viel ändern, denn der Schaden in der Wirtschaft ist schon angerichtet und die vielen Billionen sind schon gedruckt und viele weitere werden noch gedruckt werden müssen. Ich möchte daher vorerst einen kühlen Kopf bewahren und abwarten bis sich der Staub gelegt hat, um weitere Entscheidungen zu treffen.

So schnell kann sich an der Börse alles ändern. Am Vormittag sah noch alles nach einem perfekten Szenario für Gold und Silber aus und ein paar Stunden später stehen wir vor einem der größten Tagesverluste überhaupt.

Gold: AMPEL SCHALTET AUF GRÜN

Letzte Woche konnte der Goldpreis seine 50-Tages Linie überwinden.

Gleichzeitig gelang dies auch dem Silberpreis.

Dem XAU-Goldminenindex gelang dazu auch noch der Ausbruch aus einer bullischen Flaggenformation.

Die Spekulation im Gold bleibt erhöht, jedoch ist sie noch nicht übertrieben. Bei Silber zeigt der Terminmarkt weiter keine Überhitzung.

Auch Kupfer konnte seine 50-Tages Linie als Sprungbrett nutzen und setzte seinen Aufwärtstrend fort.

Unterstützt wurden diese Bewegungen von einem fallenden Dollar. Die Inflationsraten der USA (+1,4%) und Deutschlands (-0,4%) liegt aktuell 1,8 Prozentpunkte auseinander. Dies treibt die Realzinsdifferenz D-USA in den Plusbereich und unterstützt damit einen weiter steigenden EUR/USD.

Alles in allem stehen die Zeichen derzeit gut, dass die Edelmetalle und mit ihnen deren Produzenten, die nun seit fast drei Monaten laufende Konsolidierung abgeschlossen haben.

In den kommenden Tagen ist es wichtig, dass die Ausbruchsmarken halten und die Spekulation nicht überhitzt. Ein Rückfall unter die 50-Tages Linie wäre dann in Kombination mit einem Blick auf die Terminmarktdaten zu bewerten. Vorerst stehen die Ampeln aber auf grün.

Konsolidierung über die Zeitebene

Gold und Silber notieren derzeit knapp unter ihrem 50-Tages Durchschnitt. Die Spekulation im Gold bleibt erhöht, sie ist jedoch niedriger als im Frühjahr. Bei Silber bleibt sie weiterhin niedrig. Die aktuellen Bewegungen wirken wie eine Konsolidierung. Im zweiten Quartal stand der Markt ordentlich unter Dampf. Dieser muss nun entweichen und es sieht so aus, als gelingt dies auf der Zeit- und nicht auf der Kursebene. Positiv wäre jetzt, wenn der 50-Tages Durchschnitt zurück erobert werden könnte. Fundamental ist weiterhin mit einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik zu rechnen, sodass das Umfeld für Edelmetalle mittel- bis langfristig positiv bleibt. Erwähnenswert ist auch der Kupferpreis. Dieser notiert in der Nähe seinen Jahreshochs. Dr. Copper war schon immer ein guter Inflationsindikator.

Auch nach den Kursanstiegen der letzten Monate bleiben viele Minenwerte günstig bewertet. Barrick zum Beispiel erwartet für nächstes Jahr einen Gewinnanstieg von fast 35 Prozent bei einem erwarteten KGV von 17. Die meisten Minen verdienen bei 1900 USD schon prächtig.