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Bankprognosen für das 2. Halbjahr 2015

Schätzungen von 20 deutschen Banken per 2. Juli 2015 zum Jahresende 2015

Prognose 2015 Veränderung in Prozent
DAX 12.261 +11%
Euro Stoxx 50 3.734 +12%
S&P 500 2.176 +5%
Nikkei 225 20.938 +2%
Rendite 10 Jahre Bund 0,81 -4%
Euro/USD 1,07 -3%
Gold 1.193 +3%
Öl 66,9 +7%
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Gedanken zu Russland, China, OPEC, Öl und USD

Ein Freund hat mir folgenden lesenswerten Kommentar zugespielt:

„Neue Statistiken belegen, dass die Russen die großen Konkurrenten der OPEC in China geworden sind: China importiert 36% mehr Öl aus Russland, während die Ölimportmengen aus dem Nahen Osten um über 10% eingebrochen sind. Russland hat heute einen Anteil an den chinesischen Ölimporten von 11%, nach 9% vor einem Jahr, Saudi Arabiens Anteil sank in der gleichen Zeit von 19% auf 16%. Das liegt auch am tieferen Rubel, der russisches Öl günstiger werden ließ. Dazu kommt ein weiteres Element. Die Öl-Tochter von Gazprom gab gestern Abend bekannt, ihren Ölhandel mit China vollständig in Rubel und Yuan abzurechnen, der USD wird dabei keine Rolle mehr spielen. Über die Handelssummen schweigt man sich aus. Damit wird immer mehr die eherne Petrodollar-Kette erodiert: In der Vergangenheit galt: Die Welt bezahlt mit USD, um ihr Öl zu kaufen, und die Petrodollars werden genutzt, um US-Staatsanleihen zu kaufen. Goldman Sachs hat berechnet, dass das in den kommenden drei Jahren durch den gefallenen Ölpreis für insgesamt 900 Milliarden USD nicht mehr gelten wird: Dieses Geld wird nicht mehr in Staatsanleihen wandern, da es bei den Konsumenten in den Industriestaaten hängen bleiben wird, die damit eher die Umsatzerlöse der Konsumgüterindustrie nach oben bewegen werden. Eine massive Veränderung, die auch die Geldpolitik der Zentralbanken massiv beeinflusst, heißt es bei Goldman Sachs.“

RTX im Fokus

Aufgrund der sich abzeichnenden Lösung im Ukraine-Konflikt beim Gipfeltreffen in Minsk, reagiert heute nicht nur DAX, sondern auch der RTX mit Kursaufschlägen. Der im Wikifolio geführt ETF legte bis heute Mittag gut 3 % zu. Seit der Aufnahme ins Wikifolio, zum Hoch der „Rubelkrise“ im November, liegt der Wert mit soliden 45 % im Plus.

Sollten die Friedensverhandlungen wirklich zu einer langfristigen Stabilisierung der Region führen – ich bin da immer skeptisch und fühle mich bei solchen Treffen oft an den Münchner Frieden 1938 erinnert – und es, meiner Erwartung entsprechend, im Laufe des ersten Quartals 2015 zu einem Boden beim Ölpreis kommen, erwarte ich hier weitere Kursaufschläge in den kommenden Wochen. Ich bleibe daher hier weiter investiert.

Japan, Indien, Brasilien und Öl – längerfristige Positionierungen für 2015

Ich erwarte für das Jahr 2015 eine Fortsetzung der Abwärtungsrally des Nikkei. Da diese Annahme einen weitere Yenschwäche impliziert, habe ich mich für den Kauf eines Hebelprodukts entschieden und die erwartete Währungsschwäche über den Hebel zu kompensieren. Sollte sich der Start ins Jahr 2015 als holprig erweisen, werde ich diese Position gegebenenfalls weiter aufstocken.

Indien sollte auch 2015 seinen positiven Trend fortsetzten können. Indien gehört als Energieimporteur zu den Gewinnern des Ölpreisverfalls. Dies sollte sich auch im kommmenden Jahr weiter positiv auf den Sensex auswirken. Auch die tendenziell höhere Inflation der Rupie sollte indische Aktien weiter stützen. Ich habe daher die Position geringfügig aufgestockt.

Brasilien als Rohstoffexporteur leidet derzeit massiv unter den fallenden Rohstoffpreisen. Vor allem der Ölpreiscrash setzte dem Bovespa zu. Persönlich erachte ich den Ölpreisverfall als weit fortgeschrittene Bewegung, sodass ich spätestens im frühen ersten Quartal 2015 einen Tiefpunkt mit anschließender längerfristiger Bodenbildungsphase erwarte. Tendenziell sollte ab dem 2. Quartal der Erdölpreis Erholungstendenzen zeigen. Auch wenn ich keine Preisexplosion erwarte, sollte das kommende Jahr dennoch eine leichte Preissteigerungen beim „Schwarzen Gold“ bringen. Davon sollten auch die rohstofflastigen BRICS (Brasilien und Russland) und die Ölproduzenten profitieren.

Der Bovespa ist im Bereich von 45.000 Punkten sehr gut unterstützt. Sollte diese Marke wirklich angelaufen werden, dann ist die Aufstockung meiner Brasilienposition eine aus heutiger Sicht profitable Option, solange sich der Erdölpreis im Rahmen meiner Erwartungen bewegt.