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Von Fehlern, Volatilität & Problemkindern

Vorab möchte ich mich für die erhöhte Volatilität in meinem Wikifolio „ET – Value Scout Performance“ entschuldigen. „Was kann ich dafür?“, könnten Sie sich jetzt fragen. Ja, die Volatilität an den Märkten hat ebenfalls stark zugenommen, aber dennoch haben mich einerseits erwartete Entwicklungen in ihrer Heftigkeit überrascht und andererseits hielt ich Bewegungen doch schon im Vorfeld für ausreichend eingepreist.

Als die OPEC beschloss die Fördermenge nicht zu kürzen, war diese Information keine große Überraschung für die Marktteilnehmer, denn im Vorfeld war die Position von Saudi Arabien und somit der OPEC hinreichend bekannt. Ich hatte meine Shortspekulation auf Brent schon im Vorfeld, zwar mit schönem Gewinn,  aufgelöst und mich bei ausgewählten Erdölunternehmen auf der langen Seite engagiert, da ich die OPEC Entscheidung bereits als ausreichend eingepreist erachtete. Dies war, mit der Weisheit des Rückblicks betrachtet, ein großer Fehler und hat Performance gekostet. Mittlerweile ist mit zirka 60 USD für das Fass Rohöl der Zielpreis der OPEC erreicht und ich habe daher letzte Woche damit begonnen die Positionen bei den Unternehmen im Erdölbereich aufzustocken. Das Chancen-Risiko-Verhältnis erscheint mir hier für ausreichend positiv, wenn ich mir auch der Tatsache bewusst bin, dass nach so starken Kursrückgängen alles möglich ist. Es kann, von geopolitischen Faktoren abgesehen, bei dementsprechender Nervosität die Volatilität weiter hoch bleiben und auch die Bodenbildungen wird doch einige Zeit in Anspruch nehmen können.

Auch beim Goldpreis erwartete ich vor zwei bis drei Wochen aufgrund der positiven CoT-Daten und der technischen Verfassung einen mehrwöchigen Anstieg. Die hohen Schwankungen bei den Edelmetallaktien wie uns die letzten beiden Wochen gezeigt haben, habe ich in dieser Heftigkeit nicht erwartet. Auch das hat Performance gekostet. Mittlerweile hat sich das Bild, welches die CoT Daten zeigt, zusätzlich eingetrübt. Ich habe daher die gehebelten Positionen mit einem SL versehen und das Engagement bei den Minenwerten geringfügig reduziert. Solange die 1180 USD beim Gold halten, möchte ich hier aber überdurchschnittlich investiert bleiben.

In meinem Kommentar von 8. Dezember „Gott und die Welt spekulieren mittlerweile gegen den Euro“ habe ich auf die „verrückte“ Konstellation am Terminmarkt hingewiesen und damit mein Engagement EUR/USD Long begründet. Erste Positionen habe ich im Bereich 1,24 eröffnet. Seither habe ich die Position in Etappen aufgestockt, denn zumindest ein starker Bounce ist nach der Entwicklung des Währungspaars  dieses Jahr überfällig. Diese Position hat meinem Wikifolio bisher Verluste beschert, den EUR/USD notiert mittlerweile bei 1,2225, dennoch soll sie weiter bestehen bleiben. Gegebenenfalls werde ich sie auch weiter aufstocken, denn kurzfristig bleibt der Dollar überkauft und auch die Situation am Terminmarkt bleibt unverändert contra Dollar.

Bleibt noch der letzte Punkt, die Aktienmärkte. Hier habe ich mehrere Kommentare seit Ende November veröffentlicht auf die auffällige Korrekturanfälligkeit der Aktienmärkte bis zur Monatsmitte des Dezembers hingewiesen. Als alle die neuen Allzeithochs feierten, habe ich eine gehebelte DAX Short Position eröffnet, welche ich vorigen Mittwoch mit einem Plus von 162 % aufgelöst habe, als nach dem heftigen Einbrüchen schon alle die Jahresendrally abgeschrieben haben. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich gehebelt auf der langen Seite positioniert. Diese Positionen sind mittlerweile schön im Plus. Weiter habe ich letzte Woche auch weitere Aktien ins Wikifolio gekauft. Werte, welche mir über die Gebühr ausverkauft erschienen.

Für mein „Timing“ brauche ich mir daher hier keine Vorwürfe machen lassen. Dennoch muss ich mir eingestehen, dass mich die Heftigkeit der Bewegung mehr als überrascht hat und daher waren die der Absicherung dienenden Positionen unterdurchschnittlich gewichtet. Konnte ich den Markteinbruch im Oktober noch abfedern und den Monat mit einem schönen Plus beenden, so war die Absicherung im Dezember zu gering ausgelegt.

Gemeinsam mit den bereits beschriebenen „Dezember-Problemkindern“ in meinem Wikifolio (Öl, Edelmetalle und Dollar) betrug der maximale Verlust in diesem Monat 7 %. Dennoch hielt ich gegen den Markttrend, in Erwartung steigender Kurse zur Monatsmitte, an meinen Aktienpositionen fest. Die Begründung warum ich trotz einer Vielzahl von Widrigkeiten, die Entwicklung um den 18. Dezember abwarten wollte, habe ich in zwei Kommentaren beschrieben. Die Kaufpanik der letzten Tage, welche dann den Monatsverlust auf knapp 2 % verringerte, bestätigte mir dann meine Vorgehensweise.

Sollte sich der Dezember nun weiter an sein saisonales Muster halten, dann sollten wir die verbleibenden restlichen Tage dieses Jahres weiter leicht ansteigende Kurse sehen. Mein mentaler Stop Loss für die Long-Ausrichtung im Wikifolio liegt bei 1970 Punkten im S&P 500. Dennoch plane ich einige Positionen im Portfolio mittels SL abzusichern und teilweise die nächsten beiden Wochen dafür zu nutzen um einige Gewinne bei Werten mitzunehmen, welche ich in die Marktpaniken vom Oktober und letzte Woche hinein mit kurzfristiger Spekulationsabsicht erworben habe.

Ärgerlich bleibt eben, dass ich mich zwar der Marktrichtung entsprechend positioniert habe, die Positionsgröße aber zu gering bemessen habe, da ich die Intensivität unterschätzt habe. Wären diese entsprechend gewesen, dann wäre die Volatilität im Wikifolio wesentlich geringer ausgefallen.

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Wochenupdate ET-ValueScout Performance

Zusammenfassung meiner Wikifolio-Kommentare (KW 42 / ET – ValueScout Performance)

17.10.2014 10:35:19
Allgemeiner Kommentar

Die gestern gemeldeten Konjunkturdaten sowie das dazugehörige Marktverhalten lassen die Möglichkeit zu, dass wir die letzten Tage das Tief gesehen habe. Bullisch wäre es wenn der S&P 500 seinen 1-Jahres GD zurückerobern könnte, dies würde wahrscheinlich eine für US Zwischenwahljahren übliche Herbstrallye einleiten. Ich reagiere insofern auf die leicht verbesserte Situation, dass ich die überdurchschnittliche Absicherungsquote wieder auf ein normales Niveau zurückgefahren habe, bzw habe ich auch einige in meinen Augen interessante Titel – mit einer geringen Gewichtung – ins Depot aufgenommen. Solange jedoch keine eindeutige Entwarnung gegeben werden kann, bleibt natürlich ein beachtlicher Teil an Short-Produkten im Wikifolio.

 

16.10.2014 13:51:30
DAX-KOGS P 10094,199
(DE000LS7ATQ5)

228 % Gewinnmitnahmen – ich habe die Derivateposition wieder auf 10 % reduziert.

 

16.10.2014 11:48:05
Allgemeiner Kommentar

Lange hat mir die hohe Absicherungsposition Performance gekostet. Doch die Warnsignale im Markt waren eklatant. Jetzt helfen diese das Wikifolio zumindest zu stablisieren. Ein kleiner Short-Überhang sorgt aktuell sogar für eine positive Performance.

 

15.10.2014 18:45:59
DAX-KOGS P 10094,199
(DE000LS7ATQ5)

208 % Gewinnmitnahme, um die Position wieder auf 10 % Gewichtung zu reduzieren.

 

15.10.2014 18:41:43
DAX-KOGS P 10094,199
(DE000LS7ATQ5)

Lange hat mir die hohe Absicherungsposition Performance gekostet. Doch die Warnsignale im Markt waren eklatant. Jetzt helfen diese das Wikifolio zumindest zu stablisieren. Ein kleiner Short-Überhang sorgt aktuell sogar für eine positive Performance.

 

14.10.2014 15:10:52
Allgemeiner Kommentar

Der Markt (S&P500) befindet sich an einer entscheidenden Stelle. Sollte er hier bouncen und dabei die 200-Tage-Linie zurückerobern, dann bliebe der Aufwärtstrend intakt. Sollten der Markt nun in den Crash-Modus wechseln, dann wäre aufgrund der erhöhten Angst im Markt (Put-Call-Ratio > 1,5) dennoch eine kleine Gegenbewegung wahrscheinlich, um dann– wahrscheinlich ab Donnerstag – mit viel Dynamik die Abwärtsbewegung beschleunigt fortzusetzen. Kurse um 1520 (Hochpunkte 2000 und 2007) im S&P 500 wären dann im Bereich des Möglichen. Entscheidend bleibt somit das kurzfristige Marktverhalten (heute und morgen), welches es gilt genau zu beobachten. Die Absicherungsquote im Wikifolio bleibt dementsprechend hoch.

 

13.10.2014 11:27:07
SALZGITTER AG O.N.
(DE0006202005)

Bei dieser Bewertung fällt mir nur mehr das Wort „Geschenk“ ein. Ich eröffne hier eine Position und werde bei weiteren Kursrückgängen wieder zugreifen.

Der langfristig beste Wert in jedem Depot – DIVERSIFIKATION

Die Entwicklung der letzten Wochen haben wieder eines gezeigt: Der beste Wert in jedem Depot ist die Diversifikation. Während viele Highflyer des Vorjahres kollabieren, stürmen anderen von einem Hoch zum anderen. Es gibt viele Erklärungsversuche dafür, zeigt uns aber eines deutlich: Der Grundpfeiler einer jeder Strategie muss die aktive Diversifizierung und ein durchdachtes Risikomanagment sein.

Natürlich möchte ich in meinem Wikifolio ebenso an der Wertentwicklung, der gerade gefragten Werten partizipieren. Ich gehe auch immer wieder spekulative Positionen ein, um am Momentum oder der phantastischen Geschichte hinter einem Wert zu profitieren. Aber die letzten 14 Tage haben wieder gezeigt, wenn die Elefantenherde aus einem ehemaligen Highflyer flüchtet, dann fließt das Blut auf der Straße. Darum versuche ich durch überschaubare Positionsgrößen das Risiko, wenn eine dieser Spekulationen daneben geht, so gering wie möglich zu halten.

Grundpfeiler im Wikifolio bleiben natürlich Werte mit überdurchschnittlichem Gewinnpotential. Ein überdurchschnittliches Potential, welches in Erwartung überdurchschnittlich steigenden Gewinnaussichten begründet wird. Weiter achte ich natürlich auf ein hohes Maß an Diversifikation, sowohl regionale als auch branchenspezifisch. Weiter achte ich auf eine möglichst niedrige Korrelation der einzelnen Werte in meinem Wikifolio und versuche damit die Volatilität im Portfolio auf ein erträgliches Maß zu reduziert. Die 9-Monatsbilanz dieser Strategie: Einem Plus von 21,8 % steht ein maximaler Verlust von 4,87 % gegenüber.

Kurz gesagt „Investment Ideen“ soll langfristiges Investieren und kurzfristiges Spekulieren verbinden, wobei beständig auf breite Diversifikation und niedriger Volatilität geachtet wird.