Archiv der Kategorie: WF – Gold und Silber Majors

Der Deckel ist ab – Gold steigt auf höchsten Stand seit fünf Jahren

Seit der letzten FED Sitzung beginnen die Marktteilnehmer vier (statt vorher drei) Zinssenkungen einzupreisen. Als Antwort auf das nun sich immer stärker abzeichnende Szenario eines fallenden Realzinses bei steigender Inflation gelang es dem Goldpreis seinen Betonwiderstand im Bereich von 1350 USD zu sprengen. Heute Morgen notierte der Goldpreis bei über 1400 USD. Positiv auf diese Entwicklung reagierten auch die Edelmetallproduzenten. Gestern alleine 5 % Plus.

Das spannendste ist jedoch, dass Gold- und Silberminen immer noch massiv unterbewertet sind und der Markt nach wie vor kaum Beachtung erhält. Sollte es nun zu einer Veränderung in der Wahrnehmung kommen, dann könnte die gegenwärtige Entwicklung erst der Startschuss zu einem neuen Bullenmarkt sein. Nach acht Jahren Baisse wäre auch die zeitliche Komponente hier ausreichend erfüllt. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass aus saisonaler Sicht ab Anfang Juli der Goldpreis auch Rückenwind erhalten sollte.

Somit wäre alles angerichtet für einen goldenen Sommer. Ob es so kommt, wird uns aber erst die Zukunft weisen und wird auch stark darauf ankommen, ob und in welchem Ausmaß nun langfristig orientierte Anleger hier bereit sind zuzugreifen, denn von Seiten der eher kurzfristig agierenden Terminmarktteilnehmer ist aufgrund der schon sehr ausgeprägten Spekulation kurzfristig eher Gegenwind zu erwarten. Wichtig wäre nun, dass Gold seinen Ausbruch halten kann.

Werbeanzeigen

Spannende Zeiten voraus!

Seit seinem Tiefpunkt im August 2018 kletterte der Goldpreis um 16 % (trotz der Rallye im Jänner ist das DAX im gleichen Zeitraum immer noch 8 % im Minus) und tastete sich langsam an seinen Widerstandscluster im Bereich 1350 bis 1400 USD heran. Seit dem massiven Abverkauf im Juni 2013 ist jeder Versuch des Goldpreises diese Marke zu überschreiten misslungen. Das Verhalten an dieser Marke sollte uns daher einen Blick auf die mittelfristige Perspektive dieses Rohstoffpreises geben. Ein Scheitern wie in den letzten Jahren sollte wieder einige Monate der preislichen Sklerose des Goldes und der Minenwerte bringen. Sollte jedoch der Ausbruch nach oben gelingen, dann kann man diesen mit Fug und Recht als Befreiungsschlag bezeichnen, dem weiter steigende Notierungen folgen sollten. Noch kennen wir das Ergebnis nicht und die Bedeutung dieser Marke lässt auch keine Entscheidung in den nächsten Tagen erwarten, da es normalerweise einige Zeit bedarf, bis so ein Widerstand überwunden werden kann. Es ist auch anzunehmen, dass viele technisch orientierten Trader hier ihre Gewinnmitnahmen durchführen werden, sodass ich in den nächsten Tagen mit einer zunehmenden Volatilität rechne.

Dennoch gibt es ein paar positive Faktoren, welche ich hier nochmals kurz zusammenfassen möchte:

·         Gestern wurden wieder CoT Daten veröffentlicht. Der Report von Ende Jänner zeigt uns, dass die Spekulation nach wie vor auffällig unspektakulär ist.

·         Mit der scharfen Korrektur der Aktienmärkte, welche Edelmetallwerte auffällig ignorierten, bekam Gold wieder ein wenig seine Bedeutung als „sicheren Hafen“ zurück.

·         Palladium sprintet derzeit von einem Allzeithoch zum nächsten.

·         Das „Risk-on-Verhalten“ der Standartmärkte seit den Weihnachtsfeiertagen wird von den US-Anleihemärkten nicht mitgespielt.

·         Gestern zeigten sich die Gold- und Silberminen sehr stark. Diese fungieren oft als preisliche Vorläufer.

·         Die zahlreichen politischen Krisen möchte ich hier gar nicht beginnen aufzuzählen.

·         Last but not least, haben wir in den letzten Wochen die Kapitulation der hawkischen FED gesehen. Die 180 Grad Wende der US-Notenbank kann nur als Offenbarungseid verstanden werden. Eine Normalisierung der Geldpolitik ist zu einem Ding der Unmöglichkeit geworden.

Andererseits muss nochmals erwähnt werden, dass ein Widerstand dieses Kalibers prädestiniert ist einen weiteren preislichen Anstieg aufzuhalten. Es steht somit Spitz auf Kopf und der ruhigen Anstieg der letzten Wochen sollte durch volatilere Zeiten abgelöst werden. Ich werde vorerst voll investiert bleiben, die Entwicklung der nächsten Wochen jedoch engmaschig beobachten. Seit August ist dieses für Edelmetallwerte konservativ gemanagte Wikifolio mit 22 % im Plus. Dies zeigt sehr schön, dass ein gewisser Edelmetallanteil im Portfolio als eine Art Zusatzversicherung durchaus seine Berechtigung hat. 

 

 

 

Milliardär Zell: Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Gold gekauft…

Sam Zell ist ein amerikanischer Geschäftsmann und Investor. Er hat mit seinen Investitionen in der Vergangenheit ein Vermögen von mehreren Milliarden USD aufgebaut. Sein Vermögen beläuft sich laut FORBES auf aktuell etwa 5,5 Milliarden USD. Mit seiner Firma Equity Group Investments, die heute hauptsächlich in den Bereichen Energie, Logistik, Transport, Fertigung, Kommunikation und Gesundheitswesen investiert, ist er zu einem der reichsten Männer der USA aufgestiegen. Jüngst gab Sam Zell ein Interview  in dem er wie so oft nach seinen aktuellen Investments gefragt wurde: „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Gold gekauft…“

Das sich abschwächenden Angebot bei Gold hat die Aufmerksamkeit des Milliardär geweckt. „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Gold gekauft, weil es eine gute Absicherung ist“, sagte Sam Zell, der Gründer von Equity Group Investments, in einem Bloomberg TV-Interview. „Das Angebot schrumpft und das wird sich positiv auf den Preis auswirken.“ Die Investitionen in neue Minen haben sich verlangsamt, nachdem die Preise für das Metall vom Hoch in 2011 deutlich nach unten gefallen sind und sich die Aussichten für die Produktion eintrübten. Da Gold gegenüber seinem Höchststand immer noch um fast ein Drittel gefallen ist, schauen die größten Bergbauunternehmen nur darauf, ihre Konkurrenten zu kaufen, um ihre Förderpipeline zu stärken. „Diese Monster Gold-Mining Deals erhöhen den Druck auf die Hinterbliebenen. „

„Kapital, das in die Entwicklung neuer Goldminen investiert wird, ist so gut wie nicht vorhanden“, sagte Zell. „Das ganze Geld wird verwendet, um Rivalen aufzukaufen.“ Die kombinierten Goldreserven, die in Minen vergraben sind (ein Indikator für die Produktionsaussichten) – schrumpften 2017 um mehr als 40 Prozent von ihrem Höchststand, nachdem die Unternehmen die Ausgaben für die Exploration und Entwicklung neuer Projekte gekürzt hatten, so Bloomberg Intelligence Daten über große Produzenten.

Versöhnlicher Jahresausklang

Ein relativ unbekanntes Opfer des US-Shutdown sind hierzulande diejenigen, die bei ihren Anlageentscheidungen auf eine Analyse der Commitments of Traders (COT) Daten Wert legen, da diese derzeit nicht veröffentlicht werden. Solange der Streit ums Budget in den USA weitergeht, wird dieser Veröffentlichungsstopp weitergehen. Diese „Freitzeit“ möchte ich nun für einen kurzen Jahresrückblick verwenden.

2018 war für die Investoren in Edelmetallaktien kein leichtes Jahr. Zwei Einbrüche (Ende Jänner und im Hochsommer) trieben vielen Investoren die Angstfalten auf die Stirn. Okay, vielen Investoren ist vielleicht ein wenig übertrieben, denn die nun seit fast 8 Jahren laufende Baisse hat die meisten schon vertrieben. Das Jahrestief, zumindest in diesem Wikifolio, war dann zum 11. September mit einem zwischenzeitlichen Minus von 21 Prozent drinnen. Doppelt traurig war damals, dass die Standartmärkte zu dieser Zeit in bester Feierlaune waren. Schon Mitte August schrieb ich in einem Kommentar: „Was ist der große Unterscheid zwischen Minenwerten und einer Vielzahl an Technologiewerten an der Nasdaq? Bei Minenwerten kaufen derzeit die Insider, bei Techwerten verkaufen sie“.

Mittlerweile hat sich das Bild ein wenig geändert. Seit seinem Tief im September konnte dieses Wikifolio gut 17 % zulegen. Eine gutes Jahr schaut zwar anders aus, aber zumindest war das Jahresende versöhnlich. Auch Gold konnte im gleichen Zeitraum 7 % zulegen. Wie sich die Standardmärkte in diesem Zeitraum entwickelten ist den meisten Anlegern ja bekannt. Vor allem die Sterne der Techszene musst anständig Federn lassen.

Dies zeigt uns zwei Dinge sehr schön: „Sich an den Insidern zu orientieren ist keine schlechte Idee“ und „Edelmetalle haben aus der Perspektive der Diversifikation ein gutes Recht darauf Depotbestandteil des vernünftigen Investors zu sein.“

Die Musik spielt sehr, sehr leise

Zugegeben, es war kein leichtes Jahr für Gold- und Silberproduzenten. Nach dem fulminanten Anstieg im Jahr 2016, zeigten die Minen sich dieses Jahr sehr schwach. 2018 steht nun vor der Tür und das kommende Jahr könnte nun sowohl Gold und Silber, als auch dessen Produzenten wieder in positiveren Glanz erscheinen lassen.

Was spricht dafür? Es ist extrem ruhig geworden um das gelbe Metall. Egal wo man hinsieht oder –hört, im Edelmetallsektor spielt die Musik derzeit sehr, sehr leise. Die Systemkritiker haben eine neue Spielwiese, die Kryptowährungen, gefunden und Spekulanten wollen in Zeiten der brummenden Wirtschaft nicht in das Krisenmetall investieren. Somit haben wir die erste Zutat für eine neue Hausse: Keine Spekulanten, keine „zittrigen Hände“, nur mehr hartgesottenes, geduldiges Geld.

Weiter lasst uns eine Blick auf den Realzins, die zweite Zutat erkennen. Der Basiseffekt alleine sollte die US-Inflationsraten bis Juni in Richtung 3 Prozent treiben, dabei sehen die Zinsprognosen für 2018 die 10-jährigen US-Renditen nur bei knapp 2,4 % zur Jahresmitte. Diese Konstellation bedeutet, dass der Realzins 2018 stark in den negativen Bereich fallen sollten. In der Vergangenheit hat ein negativer Realzins immer zu steigenden Notierungen bei den Edelmetalle geführt.

Last but not least ist auch die kurzfristige Entwicklung seitens des Terminmarktes als extrem positiv zu beschreiben. Seit knapp 2 Wochen sehen wir neben einem Rückgang der Spekulation auch Deckungskäufe der Commercials. Alleine 70000 Kontrakte waren es vor vierzehn Tagen bei Gold. Bei Silber sieht die Situation noch besser aus. Der CoT-Index von Silber notiert bei 90 Punkten und somit im Kaufbereich.

Alles in allem drei extrem positive Faktoren, die mich für 2018 positiv stimmen. Ja die Musik spielt derzeit nicht im Gold, aber wenn Sie genau hinhören, dann können Sie jetzt schon ein heraufziehendes Konzert erahnen. Bleiben Sie geduldig.

CoT spricht eine uneinheitliche Sprache

Weiter spricht der Terminmarkt in Sachen Gold und Silber eine uneinheitliche Sprache. Während der CoT Index bei Gold derzeit bei 61 Punkten notiert, notiert jener von Silber bei 16,5 und somit im Verkaufsbereich. Obwohl der Goldpreis letzte Woche weiter zulegen konnte, blieben die Daten in etwa gleich, was als stark zu bezeichnen ist. Generell ist der Goldpreis seit seinem Tief schon um über 100 Dollar bei gleichbleibenden Daten gestiegen, was wirklich SEHR GUT ist. Zumindest aus Sicht des Terminmarktes steht einem weiteren Anstieg des Goldpreises nichts im Wege.

Die Positionierung beim Silber sieht wie beschrieben schlechter aus. Von einer Bereinigung kann hier keinesfalls gesprochen werden. Derzeit steigt Silber somit im Windschatten vom Gold und könnte bei einem Rücksetzer des gelben Metalls wesentlich heftiger unter die Räder kommen.

Kurzfristig profitiert Gold derzeit von steigenden Inflationsraten, einem schwächelnden Dollar und stagnierenden Renditen. Diese Puzzlesteine sollten daher weiter genauestens beobachtet werden, denn jede Veränderung dieser Intermarkets kann den gegenwärtigen Anstieg gefährden. Steigende Realzinsen bei einem stärkeren Dollar wären als echtes Gift für die Goldpreisentwicklung zu bezeichnen. Ein Szenario, das derzeit nicht als unrealistisch bei Seite geschoben werden darf.

Im Bereich von 1250/60 USD verlaufen beim Gold derzeit der 1- und der 4-jahres GD. Charttechnisch handelt es sich hierbei um „harte Nüsse“. Ein durchschießen sollte daher nicht unbedingt erwartet werden.

Aufgrund der positiven Terminmarktdaten erwarte ich jedoch zumindest ein anlaufen dieses Widerstandsclusters und behalte daher an der niedrigen Cashquote von knapp 2 % fest.

+59 % in 2016 – ein versöhnlicher Ausklang

Nach einem starken Start ins Jahr 2016 waren die letzten Wochen doch von starken Abverkäufen gekennzeichnet. Die letzte Handelswoche des Jahres zeigt sich nun wieder von seiner „sonnigen“ Seite. Alleine die letzte Woche stieg „Gold und Silber Majors“ um 20 %. Auf Jahressicht konnte das Wikifolio fast 60 % zulegen.

gs-2016-jahreschart

Seit seiner Emission, Anfang 2014, stieg es um 26 % und konnte den HUI, als Referenzindex, in dieser Zeit fast 8 % abnehmen. Wenn man bedenkt, dass die Edelmetallproduzenten bis Anfang 2016 eine lange Baisse durchlebten, sind auch die 7 % seit Erstellung kein schlechtes Ergebnis.

majors-vs-hui-seit-emission-30-12-2016

2016 konnten wir auch schön beobachten, dass Minenwerte zu einer der volatilsten Anlageklassen überhaupt gehören. So gut sich die 59 % auf Jahressicht auch anhören, im August lag das Wikifolio schon mehr als 100 % vorne. Es bleibt also festzuhalten, dass „Gold und Silber Majors“ weiter nur für jene Anleger taugt, die in dieser hohen Volatilität mehr Chance als Risiko erkennen.

Seitens des Terminmarktes und auch aus Sicht der technischen Analyse kann man leider noch keine Entwarnung geben. Somit können weitere fallende Preise, trotz der starken Bewegung in den letzten Tagen nicht ausgeschlossen werden. Wichtige erste technische Marken sind derzeit 1180 Dollar im Gold und 16,60 bei Silber. Werden diese Marken überschritten, werde ich die Cashquote von derzeit 4 % auf 0 % reduzieren, vorausgesetzt der CoT Index gibt kein neuerliches Verkaufssignal.

Achten muss man derzeit auch auf weitere Entwicklung der Renditen in den USA. Diese steigen derzeit schneller als die Inflationserwartung. Dies lässt die Realverzinsung steigen. Ein steigender Realzins belastet den Goldpreis ebenso wie ein starker USD, welcher derzeit auch eher in Richtung Parität tendiert, als zur Schwäche neigt.

Kurzfristig besteht daher noch Spielraum nach unten. Wer aber die Entwicklung der Minenwerte schon länger beobachtet weiß, dass dieser Markt zu sehr zu explosiven Wendepunkten neigt. Man sollte daher hier nicht versuchen die letzte Bewegung auf der Shortseite herauszuquetschen. Aktuell sollte man eher zumindest einen Fuß in der Tür haben, um nicht wieder dem fahrenden Zug nachlaufen zu müssen. Langfristig erwarte ich weiter weitaus höhere Kurse.

Weiter möchte ich allen Investoren für ihr Vertrauen danken und euch auf diesem Weg auch einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute für 2017 wünschen.

 

 

Kurzes Update

Die Netto-Short-Positionierung der Commercials hat sich bei Gold leicht reduziert, indem überwiegend Short-Positionen reduziert wurden. Sie bleibt auf einem hohen Niveau bestehen. Der CoT Index von Gold notiert bei 11 Punkten, also trotz einem Rückgang um USD 27 im Beobachtungszeitraum immer noch im Verkaufsbereich.

Positiv zu bewerten ist, dass sowohl Gold im USD als auch im Euro in wichtigen charttechnischen Unterstützungen ihre aktuelle Erholungsbewegung starteten. Wichtig bleibt die Marke von 1300 im Dollar. Solange der Goldpreis darüber notiert, steht seitens der Technik einen weiteren Anstieg nicht viel im Wege. Ein neues Jahreshoch wäre hier eine klare und wünschenswerte Ansage, um hier klarere Verhältnisse zu haben.

Aus der Baisse heraus legte der Minenindex in der Spitze um mehr als das Doppelte zu, insofern ist eine scharfe Korrektur mit einem Preisrückgang von 22% als normal anzusehen. Hier gab es auch einen „Washout“ – Tag mit einem Rückgang von 8% im XAU. Dieses Tief wurde noch marginal unterschritten, bei 89 Punkten fand der Index Unterstützung. In der Gegenbewegung sollte die erste offene Kurslücke des „Washout“-Tages geschlossen werden. Insofern wäre kurzfristig eine Erholung der Minenaktien und damit steigende Kurse zu erwarten.

Während des besprochen „Washout“ habe ich den Cashanteil auf unter 20 % reduziert. Aktuell halte ich 16,8 % des Depotvolumens in Cash, da der Anstieg der letzten Tage das Verhältnis zugunsten der Minenwerte weiter reduziert hat. Aufgrund der weiter sehr unsicheren Lage seitens des Terminmarktes soll der Cashanteil weiter erhöht bleiben. Sollte der XAU den Bereich von 104 Punkten erreichen werde ich über prozyklische Gewinnmitnahmen nachdenken.

 

 

Gold und Minen an wichtigen Widerständen

Aktuell notiert die Jahresperformance bei einem Plus von 110 %. Wenn man bedenkt, dass dieser Sektor zum Jahreswechsel bei allen Analysten auf verkaufen gestanden ist und der Abgesang auf die Branche täglich lauter gesungen wurde, ist das schon eine stolze Wertsteigerung. „Kaufe wenn die Kanonen donnern!“ hat sich hier ausgezahlt.

In den letzten Wochen hört man wieder öfter die „Geigen spielen“. Aus Sicht des Sentiments ist daher Vorsicht angebracht. Auch preislich muss festgehalten werden, dass sowohl Gold als auch Goldminen (XAU 112) an wichtigen Widerständen notieren. Ganz zu schweigen vom Terminmarkt: Die Netto-Short-Positionierung der Commercials liegt mittlerweile im gesamten Sektor auf einem sehr hohen Niveau. Bei Silber steigt die dieswöchige Netto-Short-Positionierung der Commercials auf ein weiteres Allzeitrekordhoch und auch bei Kupfer ist die Zeit der Netto-Long-Positionierung der Commercials vorüber.

Kurzfristig darf uns daher eine Verschnaufpause nicht überraschen und solange der Widerstandsbereich im Gold (Jahreshoch 2014 und Abwärtstrend) hält, bleibt die Cashquote erhöht. Aktuell liegt diese bei 26,5 %.

Ich werde weiter an besonders schwachen Tagen Positionen ausbauen und bei besonderer Stärke reduzieren. Für „All in“ ist das Chancen-Risiko-Verhältnis nicht gut genug. Hier warte ich vor allem auf das prozyklische Kaufsignal (Überwinden der Widerstände) oder auf eine stärkere Bereinigung des Terminmarktes.

 

 

Brexit – physische Käufer überrennen Terminmarkt

Der CoT Index von Gold und Silber notiert nach wie vor bei 0. Obwohl der Goldpreis im Beobachtungszeitraum um 43 Dollar zulegen konnte und Silber mittlerweile auch über 20 USD notiert muss man nach eingehender Analyse des Terminmarktes eingestehen, dass dieser Anstieg nicht über den Terminmarkt erfolgt ist. Es kann also festgehalten werden, dass momentan, wahrscheinlich auch in Folge des Brexit Votums, massiv physische Käufer in den Markt strömen. So wie sich das Bild momentan gestalten, steht die neue Edelmetallhausse am Übergang von Hoffnung zu leichtem Optimismus.

Am Freitag, an welchem das Ergebnis des Brexit Votums bekannt gegeben wurde, habe ich die Aktienquote um knapp 5 % aufgestockt. Die Cashquote liegt nun bei knapp 30 %. Ich muss gestehen, dass mich das Brexit Votum überrascht hat und ich eher mit einem Nein zum Austritt gerechnet hätte. Meine primäre Erwartung lag daher, dass in Folge eines britischen „NO“, ein kurzer und knackiger Abverkauf bei den Edelmetallen und -produzenten einsetzt, welcher auch zu einer Bereinigung der Terminmarktdaten – inklusive vernünftiger Kaufkurse – geführt hätte. Diesen Gefallen haben meiner hohen Cashquote die Briten nicht gemacht. Dennoch ist der Kurs meines Wikifolios die letzten 10 Tage explodiert und dieses notiert nun weit über dem alten Allzeithoch.

Wie geht es nun weiter? Wie lange die physischen Käufer weiter die Terminmarkthändler überrennen, muss nun genau beobachtet werden. Was ich nicht möchte ist den Kursen hinterher laufen, obwohl ich weiß, dass ein Bullenmarkt nur wenige Einstiegsmöglichkeiten bietet. Ich werde daher weiter mit Vorsicht agieren. Den Terminmarkt genau beobachten, an Tagen mit Schwäche meine Positionen geringfügig aufstocken und an Tagen mit extremer Stärke diese leicht reduzieren.

Auf Sicht der letzten 14 Tage performt der HUI mein Wikifolio aus, aber hier steht die langfristige Outperformance im Vordergrund. Ja, ich muss meine Strategie geringfügig anpassen, aber ich werde sie sicher nicht über Board werfen. Ein Plus von 92 % in 6 Monaten spricht dafür. Und auch in den letzten 30 Tagen konnte „Gold und Silber Majors“ seine Referenzindex um 2 % schlagen.