#allesaufdentisch

Früher – bevor der Populismus die Politik okkupierte – war es im demokratischen Diskurs oft üblich ein Schattenkabinett zu bilden, um die sach- und fachlichen Unterschiede herauszuarbeiten und aufzuzeigen.

Früher – bevor sie ihr Überleben noch ohne Medienförderung und staatlichen Inseraten sicherstellen konnten – konnte man in den Medien noch Diskussionen beobachten, die nicht der „fünf Stühle, eine Meinung“  Doktrin folgten.

Früher – bevor sie an der Quantität ihrer publizierten Arbeiten und der Höhe ihrer „Drittmittelbeschaffung“ gemessen wurden – konnten sich Wissenschaftler noch eine andere Sicht der Dinge leisten, ohne dafür öffentlich gekreuzigt werden.

Ich möchte daher heute auf ein Projekt hinweisen, das sich auch in dem heute so vergifteten Umfeld den Luxus leistet, unterschiedliche Meinungen zuzulassen: #allesaufdentisch

KünstlerInnen und ExpertInnen
im Dialog über die Corona-Krise

Mit zunehmender Sorge beobachten wir die Entwicklung des politischen Handelns in der Corona-Krise. Viele ExpertInnen wurden bisher in der öffentlichen Corona-Debatte nicht gehört. Wir wünschen uns einen breit­gefächerten, faktenbasierten, offenen und sachlichen Diskurs und auch eine ebensolche Auseinander­setzung mit den Videos.

„Wie kann es sein, dass wir über so viele Informationen verfügen, aber so wenig wissen?“

Noam Chomsky ist einer der bekanntesten Wissenschaftler der Welt. Dieser US-amerikanische Denker wurde von The New York Times als der wichtigste Denker der heutigen Zeit betitelt. Einer seiner bedeutendsten Beiträge besteht darin, die Strategien der Manipulation zu nennen und zu analysieren. Genauer gesagt, geht es um die Massenmanipulation, die es heutzutage auf der Welt gibt.

Noam Chomsky

Noam Chomsky wurde als Sprachwissenschaftler, aber auch als Philosoph und Politikwissenschaftler bekannt. Gleichzeitig ist er zu einem der Hauptfiguren der anarchistischen Bewegungen geworden. Seine Schriftstücke sind überall auf der Welt bekannt geworden und überraschen auch heute noch seine Leser.

Chomsky verfasste einen didaktischen Text, in dem er die Strategien der Massenmanipulation beschreibt. Seine Gedanken zu diesem Thema sind tiefgründig und komplex. Doch zu didaktischen Zwecken fasste er den gesamten Inhalt in einfachen Grundsätzen zusammen, die für alle zugänglich sind.

Die 10 Strategien der Manipulation nach Noam Chomsky

1. Kehre die Aufmerksamkeit um: eine der Strategien der Manipulation

Laut Chomsky sei die am häufigsten angewandte Strategie der Manipulation der Gesellschaft das Umkehren der Aufmerksamkeit. Sie bestehe im Grunde genommen darin, die Aufmerksamkeit des Publikums auf irrelevante oder banale Themen zu lenken. Auf diese Weise bleibe der Verstand der Gesellschaft beschäftigt.

Um die Menschen abzulenken, würden sie mit Informationen vollgestopft. Man schreibe zum Beispiel Sportveranstaltungen oder aber auch Shows, Sehenswürdigkeiten, etc. zu viel Wichtigkeit zu. Das führe dazu, dass die Menschen den Blick dafür verlieren, was ihre wirklichen Probleme seien.

2. Erzeuge Probleme und liefere die Lösung

Manchmal lassen die großen Mächte absichtlich von gewissen Realitäten ab oder kümmern sich nicht ausreichend um diese. Der Gesellschaft verkaufen sie das dann als ein Problem, dass einer externe Lösung bedürfe. Sie selbst aber schlagen dann eine Lösung vor.

Dabei handelt es sich um eine Strategie der Manipulation der Gesellschaft, um Entscheidungen zu treffen, die unpopulär sind. Wenn man beispielsweise ein öffentliches Unternehmen privatisieren will und absichtlich dessen Leistung reduziert, rechtfertigt das letztendlich den Kauf.

3. Stufe Änderungen ab

Das ist eine weitere Strategie der Massenmanipulation, um Maßnahmen einzuführen, die die Menschen normalerweise nicht akzeptieren würden. Sie bestehe darin, nach und nach Maßnahmen in die Tat umzusetzen, sodass sie praktisch unbemerkt bleiben, sagt Chomsky.

Das ist zum Beispiel mit der Einschränkung des Arbeitsrechts passiert. In verschiedenen Gesellschaften wurden Maßnahmen oder Arbeitsweisen, eingeführt, in denen es normal erscheinen soll, dass ein Angestellter zum Beispiel keinerlei Recht auf eine Sozialversicherung hat.

4. Aufschub von Änderungen

Diese Strategie zielt darauf ab, die Gesellschaft glauben zu lassen, dass eine Maßnahme ergriffen wird, die eine gewisse Zeit lang Schaden mit sich bringe, aber im Hinblick auf die Zukunft der gesamten Gesellschaft und selbstverständlich auch des Menschen im Einzelnen große Vorteile bringen könne.

Das Ziel dabei sei es, dass sich die Menschen an die Maßnahme gewöhnen und sie nicht zurückweisen, weil sie an das zufriedenstellende Resultat von morgen denken. Wenn dann dieser Moment gekommen sei, habe der Effekt der Normalisierung schon gegriffen und die Bevölkerung protestiere nicht, weil die versprochenen Vorteile doch nicht eintreffen.

5. Sprich zur Masse wie zu kleinen Kindern

Viele der Botschaften, die wir durch den Fernseher, besonders durch Werbung, erhalten, sind in kindlicher Sprache verfasst. Es werden Gesten, Worte und Sichtweisen verwendet, die konziliant und in gewisser Weise naiv sind.

Damit solle der Widerwille der Bevölkerung ausgeschaltet werden, meint Chomsky. Mithilfe dieser Strategie der Manipulation der Gesellschaft möchte man die kritische Denkweise der Menschen neutralisieren. Auch Politiker greifen auf diese Strategien zurück und inszenieren sich manchmal als elterliche Figuren.

6. Konzentriere dich auf Emotionen und nicht auf Reflexion

Botschaften, die von ganz oben kommen, seien nicht für den reflektierenden Verstand der Menschen gedacht. Durch sie sollen vor allen Dingen Emotionen ausgelöst werden, man wolle in das Unterbewusstsein der Individuen eindringen. Daher sind viele dieser Botschaften emotionsgeladen.

Mithilfe dieser Strategie solle in gewisser Weise ein Kurzschluss der rationalen Denkweise der Bevölkerung erzeugt werden. Dank der Emotionen werde der eigentliche Inhalt der Botschaft verschleiert und es werde nicht gesagt, worum es im Grunde genommen gehe. Somit werde die Fähigkeit der kritischen Hinterfragung neutralisiert.

7. Versuche, die Ignoranz der Gesellschaft aufrechtzuerhalten

Die Ignoranz der Gesellschaft aufrechtzuerhalten ist eines der Ziele der großen Mächte. Ignoranz heiße, der Gesellschaft nicht das benötigte Werkzeug zur Verfügung zu stellen, damit sie die Realität selbst analysieren könne. Den Menschen würden anekdotische Daten vorgelegt, aber interne Strukturen der Tatsachen verschweige man ihnen.

Um die Ignoranz der Menschen aufrechtzuerhalten, werde auch kein besonderer Wert auf Bildung gelegt. Eine breite Kluft zwischen der Qualität der privaten und der öffentlichen Bildung zu schaffen ist dabei das Hauptziel. Ebenfalls versuche man den Wissensdurst einzuschränken und Produkten, die die Intelligenz fördern, werde nur ein geringer Wert zugeschrieben.

8. Entfache in der Bevölkerung den Gedanken, dass sie durchschnittlich sei

Die Mehrheit der Modetrends wird nicht spontan erschaffen. Fast immer werden sie von einem Machtzentrum, das seinen Einfluss ausübt, zu massiven Trends, was Geschmäcker, Interessen oder Meinungen anbelangt, angeregt und gefördert.

Für gewöhnlich fördern die Kommunikationsmedien gewisse Trends, sowohl in der Mode als auch in anderen Bereichen. Die meisten von ihnen haben mit dummen, oberflächlichen oder sogar lächerlichen Lebensstilen zu tun. Man möchte die Gesellschaft davon überzeugen, dass sie sich so zu verhalten habe, wie das, was gerade in Mode sei. Auch wenn es sich dabei um menschenverachtende Verhaltensweisen handele.

9. Wandle Widerstand in das Gefühl schlechten Gewissens um

Eine andere Strategie der Massenmanipulation ist es, den Menschen zu verkaufen, dass sie, und nur sie, schuld an ihren Problemen seien. Alles Negative, das ihnen widerfahre, hänge nur von ihnen selbst ab. Auf diese Weise lasse man sie glauben, dass das Umfeld perfekt sei und es in der Verantwortung des Individuums liege, wenn sich ein Problem auftue.

Deshalb versuchen die Menschen irgendwann, in ihrem Umfeld nicht anzuecken, und fühlen sich gleichzeitig schuldig, weil sie es nicht wirklich schaffen. Sie verlagern die Empörung, die das System bei ihnen auslösen könne, auf ein permanentes Schuldgefühl sich selbst gegenüber.

10. Lerne Menschen besser kennen, als sie selbst es tun

In den letzten Jahrzehnten ist es Wissenschaftlern gelungen, beeindruckende Erkenntnisse zur Biologie und Psychologie des Menschen zu erringen. Dieser große Berg an Wissen steht jedoch nur wenigen Menschen zur Verfügung.

Der Öffentlichkeit stehe diesbezüglich nur ein Minimum an Informationen zur Verfügung, gibt Chomsky an. Derweil haben die großen Mächte dieser Welt all dieses Wissen und nutzen es zu ihrem Vorteil. Wieder einmal werde deutlich, dass die Ignoranz es den großen Mächten leicht mache, über die Gesellschaft hinweg zu handeln.

All diese Strategien der Manipulation der Gesellschaft zielen darauf ab, die Welt so zu gestalten, wie es den Mächtigsten der Mächtigen passt, und die kritische Denkweise sowie die Autonomie der meisten Menschen auszuschalten. Doch es hängt auch von uns ab, passiv über uns bestimmen zu lassen oder aber uns so weit es möglich ist, dagegen zu wehren.

Es heißt doch immer: „Hört auf die Wissenschaft!“

Klaus Stöhr (* 1959 in Zerbst) ist ein deutscher Virologe und Epidemiologe. Während seiner 15-jährigen Tätigkeit für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war er u. a. Leiter des Globalen Influenza-Programms und SARS-Forschungskoordinator. Von 2007 bis Ende 2017 arbeitete er in der Impfstoffentwicklung und weiteren Funktionen bei Novartis. Seit 2018 ist er freier Konsultant.

Wikipedia

Die „Brandreden“

Für Brandreden ist es wohl zu spät. Die Situation ist bekannt, wird allgemein Wahrgenommen und der Aktionismus ist groß. Im Sommer hätten solche Reden vielleicht noch was geändert, aber nun ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Wer im August nach Israel geblickt hat, der konnte so eine heftige Entwicklung vorahnen. Damals wären also Brandreden vielleicht noch sinnvoll gewesen und hätten wachgerüttelt.

Auch das Kind „Staatsfinanzen“ ist schon in den Brunnen gefallen. Nicht diesen Sommer, sondern schon vor einige Monate. Das viele Geld ist ausgegeben und gehört jetzt jemanden anderen. Auch die Chancengleichheit im Bildungssystem stirbt nicht im November 2021, sondern diese starb ist im März 2020. Es wurde hinlänglich oft schon vorgerechnet, wie viele gesunde Lebensjahre der Rückstand im Bereich Bildung den Kinder der sozial, schwachen Eltern kosten wird. Das ist um so trauriger, weil man heute weiß, dass viele Länder ihre Schulen, genau aus dem Grund, offen gehalten haben ohne dabei ihr Gesundheitssystem zu überlasten.

Wohl, ist die Gesundheit laut unserer Verfassung ein wichtiges Gut. Jedoch steht sie dort auf einer Ebene mit Leben, Freiheit und Eigentum, eine Wertigkeit haben ihre Verfasser nicht vorgenommen. Prinzipiell regelt unsere Verfassung was Österreich ist und wie es funktionieren soll. Dort findet man überhaupt keine Wertungen, sondern man liest bestenfalls von der Gleichheit und unantastbarer Würde aller Bürger.

Ich kritisiere genauso wie du, dass sich ein Großteil der Politiker nur mehr um Beliebtheit, Mandate und Macht kümmert. Ich würde es sogar um die Worte Korruption und Plünderung, legale (Lobbyismus und Medienförderung) und illegale, erweitern. Hier spannt sich der Bogen von Faymann, Kern und Silberstein über Strache zu Kurz, somit leider über jede politischen Couleur. Auch dieser Tage ist wieder auffällig, wie alle politischen Parteien aus dieser Gesundheitskrise ihr Kapital schlagen wollen. Die Blauen sind gegen alles, die Roten finden alles zu easy, die Schwarzen wollen nur positive Pressekonferenzen abhalten und die Grünen, ja was wollen die Grünen eigentlich? Jedenfalls wollen die NEOS nicht liberal, sondern die konservativen Grünen sein, die sich überall anbiedern, und doch nur den Steigbügelhalter spielen.

„Sei mutig, wenn die anderen ängstlich sind und sei ängstlich, wenn die anderen mutig sind“, sagt ein altes Sprichwort. Ich glaube daher ist es an der Zeit, etwas optimistisch zu sein und mit dem gegenseitigen Schuldzuweisen aufzuhören. Ich möchte daher, mal mit ein paar positiven Aspekten zum Thema Covid meine „Brandrede“ beenden:

Zwar haben wir heute mit 520 eine höhere Inzidenz als von einem Jahr (481), aber die Anzahl der positiven PCR Tests ist mit unter 5 % wesentlich geringer als im November 2020 (>20 %). Auch die Zahl der Hospitalisierungen ist heute um 400 Personen geringer als vor einem Jahr und man hört nicht jeden Tag von zahlreichen Clustern in Pflegeheimen. Heute sind über 60 % vollständig geimpft, letztes Jahr waren es genau null. Gestern hat die NHS als erster das Merck Medikament zugelassen und heute meldete Pfizer, dass man ein Medikament hat, dass die schwere Krankheitsfälle um 90 % reduziert. Es wird mit einer Zulassung durch die FDA Ende November gerechnet. Weiter sehen wir, dass sich die CFR mit 0,43 innerhalb eines Jahres fast gedrittelt hat. Wir finden also mehr Infizierte, wir behandeln diese besser, wir haben ein Impfung und bald zwei Medikamente. Heuer ist also nicht letztes Jahr, denn vieles ist besser und leider ist der Zustand „perfekt“ in Zeiten einer Pandemie wohl einfach nicht erreichbar.

Nicht verbessert hat sich und da sind wir einer Meinung, die Politik. Falscher Aktionismus zur falschen Zeit, Zwang statt Vernunft, Ausgrenzung statt Gespräch, Drohungen statt Hoffnung. So sehen wirklich keine glorreichen Wege aus.