Monatsarchive: Juni 2019

13 zu 9

Die Renditen 10 jähriger Schweizer Anleihen rentieren aktuell bei -0,52 %, die Deutschlands bei -0,33 %, Dänemark bei -0,26 %, die Niederlande bei -0,16 %, Österreich bei -0,04 %, Finnland bei -0,03 %. Frankreich und Schweden stehen mit einer Rendite von 0,01 % am Tor zu negativen Zinsen. Die Zinstiefs aus dem Jahr 2016 sind in Europa unterschritten worden und die Tendenz liegt bei weiter fallenden Zinsen.

Renditen 25-6-2019

Heute habe ich gelesen, dass bereits Anleihen im Wert von 13 Billionen USD negativ verzinst werden. Dem gegenüber stehen gut 193.500 Tonnen Gold, die wir auf der Erde haben. Der Wert allen Goldes beträgt somit gut 9 Billionen USD. Wenn man davon ausgeht, dass die Lagerkosten von Gold bei durchschnittlich gut 30 bis 35 Basispunkten pro Jahr liegen, dann ist mittlerweile ein Punkt erreicht, wo es günstiger wird Gold zu halten, als Gläubiger eines europäischen Landes zu sein. Ganz davon abgesehen, dass man als Goldinvestor etwas in seinen Händen hält und nicht auf eine Versprechen in die Zukunft vertrauen muss.

Der Deckel ist ab – Gold steigt auf höchsten Stand seit fünf Jahren

Seit der letzten FED Sitzung beginnen die Marktteilnehmer vier (statt vorher drei) Zinssenkungen einzupreisen. Als Antwort auf das nun sich immer stärker abzeichnende Szenario eines fallenden Realzinses bei steigender Inflation gelang es dem Goldpreis seinen Betonwiderstand im Bereich von 1350 USD zu sprengen. Heute Morgen notierte der Goldpreis bei über 1400 USD. Positiv auf diese Entwicklung reagierten auch die Edelmetallproduzenten. Gestern alleine 5 % Plus.

Das spannendste ist jedoch, dass Gold- und Silberminen immer noch massiv unterbewertet sind und der Markt nach wie vor kaum Beachtung erhält. Sollte es nun zu einer Veränderung in der Wahrnehmung kommen, dann könnte die gegenwärtige Entwicklung erst der Startschuss zu einem neuen Bullenmarkt sein. Nach acht Jahren Baisse wäre auch die zeitliche Komponente hier ausreichend erfüllt. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass aus saisonaler Sicht ab Anfang Juli der Goldpreis auch Rückenwind erhalten sollte.

Somit wäre alles angerichtet für einen goldenen Sommer. Ob es so kommt, wird uns aber erst die Zukunft weisen und wird auch stark darauf ankommen, ob und in welchem Ausmaß nun langfristig orientierte Anleger hier bereit sind zuzugreifen, denn von Seiten der eher kurzfristig agierenden Terminmarktteilnehmer ist aufgrund der schon sehr ausgeprägten Spekulation kurzfristig eher Gegenwind zu erwarten. Wichtig wäre nun, dass Gold seinen Ausbruch halten kann.