Monatsarchive: Juni 2016

Das Brexit Spiel

Die Märkte spielen Brexit und versuchen derzeit zumindest mögliche Folgen einzupreisen. Die Risk-Off Indikatoren (Anleihen, Yen und Gold) zeigen Stärke. 10 jährige deutsche Anleihen rentieren im negativen Bereich, der Dollar fällt zum Yen um fast 2 % über Nacht und Gold knackt die 1300 Dollar Marke. 

Die Edelmetallproduzenten profitieren ebenfalls von dieser Entwicklung, „Gold uns Silber Majors“ konnte auch ein neues Hoch steigen, obwohl die Cashquote etwas über 1/3 des Depotvolumens beträgt.  

Ich möchte nun kurz umreißen, warum ich derzeit weiter an dieser erhöhten Cashquote festhalte. Das Brexit Spiel ist ein Spiel, dessen Ausgang noch keiner kennt. Ok, sollte es wirklich dazu kommen, dann ist Risk-Off weiter angesagt und Gold sollte weiter steigen, wovon auch die Minen profitieren sollten. Prozyklische Käufe würden sich dann anbieten. Kommt es jedoch nicht dazu, dann würde ein Großteil dieser Angst zurückgehandelt werden. Es ist anzunehmen, dass es auch bei Gold und Silber dann zu Rücksetzern kommen wird.  

Egal also wie die Abstimmung ausgeht, was wir zu erwarten haben ist Volatilität. Diese Volatilität möchte ich nicht voll mitmachen, da ich doch auch erhebliche, kurzfristige Abwärtsrisken sehe. Wenn die Abstimmung vorbei ist und uns der Markt die weiter Richtung klarer erkennen lässt, ist noch immer genug Zeit um sich dementsprechend zu positionieren. Ja, diese Vorgehensweise kann Rendite kosten, aber dafür reduziert sie auch die Schwankungsbreite im Wikifolio. 

Der CoT-Index von Gold notiert bei 17, der von Silber bei 23 Punkten. Auch wenn wir uns hier in den letzten Wochen von den Extremwerten verabschiedet haben, mahnt der Terminmarkt weiter zur Vorsicht. Dennoch habe ich in den vorigen drei Wochen die Aktienquote von 50 auf knapp 65 % erhöht.

 

Gold und Silber Majors im Chartvergleich

Heute stieg mein Wikifolio „Gold und Silber Majors“ auf ein neues Jahreshoch. Die Performance YTD liegt bei über 68 %.

Da in diesem Wikifolio nur in großkapitalisierte Edelmetallproduzenten investiert wird, bietet sich der direkte Vergleich mit dem Arca Gold Bugs Index an. Seit Emission konnte sich das Wikifolio um über 7 % besser entwickeln.

Auch gegenüber dem DAX konnte in den letzten 2,5 Jahren ein ordentlicher Mehrertrag erwirtschaftet werden.

Und auch den Konkurrenzvergleich brauch „Gold und Silber Majors“ nicht scheuen. Outperformance von 15 % gegenüber dem wohl am höchsten dotierten Gold und Silberminen Wikifolio seit dessen Emission.

Ist die Finanzkrise zurück? Bergold: Sie war noch nie vorbei.

„Seit Aufhebung des Gold-Dollar-Standards im Jahr 1971 (seitdem befindet sich die Welt in einer strukturellen Inflationierung) wird diese Kontraktion jedoch nicht mehr nominal, sondern nur mehr real sichtbar. Um diese „monetäre Illusion“ der nominalen Betrachtung zu umgehen, muss eine Investitionsbewertung zwingend in Unzen Gold (Marktgeld) und nicht in EUR, USD oder YEN (Staatsgeld) vorgenommen werden. Nur gegenüber Gold wird der wahre, inflationsbereinigte Verlauf einer Anlage (auch eines Einkommens) erst sichtbar. Alle Bewertungen in beliebig vermehrbarem Papiergeld sind nur „Potemkinsche Dörfer“ in der globalen Finanzwelt. 

Betrachtet man in Abbildung 4 den Aktienindex real, so stellt man fest, dass er gegenüber Gold bereits -69 Prozent, gegenüber Silber -58 Prozent und gegenüber den Gold- & Silberminen (ASA Goldminen ETF) -40 Prozent verloren hat und dies, obwohl er gegenüber Papiergeld, also in US-Dollar, sogar um +40 Prozent gestiegen ist („monetäre Illusion“). 

Wir gehen, aufgrund der global historisch einmaligen Geldmengenausweitungen von einem – bis zum Ende der Krise (Abschluss bildet eine Währungsreform) – nominal weiter hochvolatil seitwärts tendierenden, wenn nicht sogar nominal weiter steigenden Aktienmarkt aus (siehe „Weimar-Effekt“). Unter der Annahme, dass am Ende der S&P-Aktienindex – nominal in USD – auf dem gleichen Niveau wie heute steht, würden sich folgende Preisziele für die drei Edelmetallinvestments ergeben:

  • Gegenüber Gold verliert der Aktienmarkt nochmals 90 Prozent => Gold würde sich nochmals verzehnfachen oder in Papierwährung bewertet bei 12.000 USD stehen.
  • Gegenüber Silber verliert der Aktienmarkt nochmals 98 Prozent => Silber würde sich nochmals verfünfzigfachen oder in Papierwährung bewertet bei 800 USD stehen.
  • Gegenüber den Goldminen verliert der Aktienmarkt nochmals 98 Prozent => Goldminen würden sich nochmals verfünfzigfachen oder der HUI-Goldminen-Index würde bei 10.000 stehen.“

Den gesamten Artikel samt Interview lesen Sie hier (Veröffentlicht auf http://www.goldseiten.de).

Arbeitsmarkt, Dollar, Goldrausch und viele offene Fragen

Die positive Reaktion des Goldpreises auf die Arbeitsmarktdaten erfolgt größtenteils auf US-Dollar-Ebene. In Euro bewegte sich Gold kaum. Dies zeigt, dass Gold nur über eine geringe intrinsische Stärke verfügt. Die Preisentwicklung vom Freitag ist daher als stark dollarabhängig zu bezeichnen. Die Minen zeigten sich allerdings von ihrer besten Seite.

Die CoT Daten vom Freitag waren keine große Offenbarung. Der Gold Index stieg auf 28 Punkte, Silber auf 17. Beide Werte sind nach wie vor als bärisch zu bezeichnen. Die Spekulation ist nach wie vor als sehr hoch zu bezeichnen.

Positiv ist jedoch, dass wir uns im besten Umfeld für Gold bewegen. Fallende Renditen treffen auf steigende Inflationsraten. Der Realzins fällt. Ein solches Umfeld war am Freitag insbesondere auf der Renditeseite gegeben.

Im Laufe der letzten Woche habe ich meine Cashquote wieder um etwa 10 % reduziert. Sie ist mit 39 % aber weiter als erhöht zu bezeichnen. Das Wikifolio notiert knapp unter seinem Jahreshoch.

Für ein All In, ist es nach wie vor zu früh. Der Anstieg des Goldpreises am Freitag war wie beschrieben währungsgetrieben und die Spekulation am Terminmarkt ist weiter sehr hoch. Sollte der Goldpreis nun ein niedriges Hoch ausbilden, kann ein Fall unter USD 1200 weiter nicht ausgeschlossen werden. Positiv wäre nun ein schneller Anstieg des Preises auf ein neues Jahreshoch, welcher größtenteils durch physische Käufe getrieben ist.

Ich muss aber festhalten, dass ich mittelfristig steigende Kurse erwarte. Spätestens in der saisonal, positiven Zeit im August/September sollte dem Goldpreis der Ausbruch gelingen. Bis es jedoch soweit ist, werde ich die Strategie der letzten Wochen fortsetzten und mit erhöhter Cashquote abwarten und auf kleinere Trades setzten. Sollten wir jedoch eine vernünftige Bereinigung seitens des Terminmarktes oder ein zügiger Ausbruch auf ein neues Jahreshoch sehen, dann steht diese Vorgehensweise zur Disposition.