Monatsarchive: März 2016

Wende, oder war es das?

Nach dem starken Anstieg zu Jahresbeginn befinden sich die Edelmetalle nun seit fast vier Wochen in eine Phase der Konsolidierung. Der weitere Verlauf dieser sollte uns darüber Auskunft geben, ob wir derzeit Zeuge einer Bärenmarktrally sind, oder ob die Edelmetalle einen neuen Bullenmarkt gestartet haben. Jede Partei hat derzeit gute Argumente auf ihrer Seite.

Auf der Bärenseite ist derzeit zu beobachten, dass Gold in Euro an seinem Jahreshoch 2015 scheiterte und sich derzeit divergent zum Goldpreis in USD verhält. Ebenfalls lässt die Terminmarktstruktur weitere Schwäche erwarten. Im Gold besitzten die Commericals derzeit eine ähnlich hohe Nettoshort-Position wie zum Preishoch 2015. Beim Silber schreit der Terminmarkt derzeit förmlich verkaufen. So besitzen die Großspekulanten aktuell die größte Nettolong-Positionierung seit gut zehn Jahren. Beide Faktoren sind als sehr negativ zu bezeichnen. Zusätzlich befinden sich die Metalle in ihrer saisonalen Schwächephase. Von Seiten der Zyklik ist bis Ende Juni auch keine preisliche Unterstützung zu erwarten.

Andererseits gibt es auch positive Faktoren, die sich nicht einfach ignorieren lassen. So stützen die starken Zuflüsse in die Gold-ETFs, die hohen Volumina in der Phase des Anstiegs und die Stärke der Minenwerte die Theorie der positiven Wende.

Die aktuelle Lage (hohe Spekulation und schlechte Saisonalität) hat jedoch die Kraft den glauben der Investoren an die Wende einer Prüfung zu unterziehen. Aus charttechnischer Sicht wäre es für eine Bestätigung eines neuen Bullenmarktes wichtig, dass Gold in Zeiten seiner saisonalen Schwäche seine Unterstützungen im Bereich USD 1180 halten kann.

Im Westen nichts Neues

Seitens des Terminmarktes notieren beide Metalle weiter im Verkaufsbereich. Der Index für Gold stieg auf 10, der von Silber auf 5 Punkte. Somit mahnt der Terminmarkt weiter zu Vorsicht, denn vergleichbare Werte haben schon des Öfteren zu massiven Abverkäufen geführt. Die Cashquote im Wikifolio bleibt daher verhältnismäßig hoch, dennoch erzielt „Gold und Silber Majors“ letzte Woche ein neues Jahreshoch.

Ebenfalls erwähnen möchte ich, dass letzte Woche Silber und Kupfer relative stärke zum Goldpreis zeigten, so stieg Silber Ende letzter Woche auf ein neues Jahreshoch. Gold nahm im Rahmen des laufenden Comebacks der Rohstoffe die letzten Monate eine Vorläuferrolle ein. Diese Konstellation, erst Gold, dann die anderen Metalle, ist nicht unüblich und stellt ein weiteres Mosaiksteinchen in der Frage, ob die Rohstoffbaisse beendet ist oder nicht dar. Dennoch muss ein Markt auch mal ausatmen. Dies sollte man kurzfristig nicht vergessen.

Ende der Rohstoff-Baisse?

Bloomberg Commodities Index – langfristiger Abwärtstrend gebrochen:

Bloomberg Commodities langfrist

Positive Divergenz: Aktienmarkttief am 11.2.2016 wurde vom
Bloomberg Commodities Index nicht bestätigt:

Bloomberg Commodities kurzfristig

Sollten wir gerade erkennen, dass der Rohstoffzyklus von Baisse auf Hausse umschlägt, wofür die Chancen derzeit so gut wie schon einige Jahre nicht mehr stehen, dann wird das Thema Deflation und starker Dollar bald der Vergangenheit angehören. Derzeit sehen wir nur ein zartes Pflänzchen, aber der Tisch wäre zumindest charttechnisch gedeckt.

„All in“ ist zu gefährlich

Der CoT-Index von Gold fiel letzte Woche auf 5, der von Silber auf 4 Punkte. Somit notieren beide Metalle eindeutig im Verkaufsbereich. Auch wenn Gold letzte Woche auf ein neues Jahreshoch steigen konnte, so mahnt der Terminmarkt weiter zur Vorsicht. Auch die Minen zeigen sich zwar weiter von ihrer starken Seite, dennoch hat der Anstieg die letzte Woche weiter an Dynamik verloren. Kurzfristig spricht daher weiter mehr für zumindest eine Konsolidierung, als für einen weiteren Durchmarsch nach oben. Ich werde daher in meinem Wikifolio die Cashquote weiter hoch halten. Sollte der Markt zur überdurchschnittlichen Schwäche neigen, werde ich diese mit Käufen reduzieren. An Tagen mit ausgeprägter Kaufpanik, werde ich Positionen leicht reduzieren. „All in“ ist derzeit zu gefährlich, dafür möchte ich eine positive Terminmarktstruktur abwarten.

Niall Ferguson: Der Westen am Abgrund

Interview – Sternstunde Philosophie (31.1.2016)

Er zählt zu den produktivsten Querdenkern: Der Star-Historiker Niall Ferguson legt als „Zivilisationskritiker“ und „Finanzgeschichtler“ stets neue Weltentwürfe vor. Warum er die Wirtschaftselite am WEF vor dem Untergang des Westens warnte, erklärt er Stephan Klapproth in «Sternstunde Philosophie».

 

Goldene Wall Of Worry?

Ich lese ja ziemlich viele Analysen und Kommentare zum Gold- und Silbermarkt und ebenfalls lese ich so einiges über die Edelmetallproduzenten. Was derzeit schon sehr auffällig ist, ist das fast jeder der Analysten, welchen man ein gewisse Kompetenz nachsagen könnte, derzeit von zumindest einer ausgeprägteren Konsolidierung ausgeht. Einige rechnen sogar damit, dass der Anstieg dieses Jahres auch nochmals komplett zurückgehandelt werden sollte. Auch im HUI steht die kurzfristige Mindesterwartung bei dem offenem GAP im Bereich von 135 Punkten.

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Politik der Hasardeure – Wolfgang Effenberger

Interview mit Wolfgang Effenberg („Wiederkehr der Hasardeure“)

Wolfgang Effenberger wurde mit 18 Jahren Zeitsoldat, studierte Bauingenieurwesen und erhielt als junger Pionieroffizier Einblick in das von den USA vorbereitete „atomare Gefechtsfeld“ in Europa (General Defense Plan). Nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr studierte er Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik).
Droht ein Weltkrieg? Wer sind die Strippenzieher hinter den Kulissen und warum ist der politische und mediale Widerstand vernichtend gering?
Erfahren Sie mehr über die Hintergründe in Politik, Wirtschaft und Militär.
In seinen Büchern „Wiederkehr der Hasardeure: Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute“ (mit Willy Wimmer), „Das amerikanische Jahrhundert“ & „Pax americana“ greift Effenberger geschichtliche Fakten und Zusammenhänge auf, die Licht ins dunkle Geschäft mit Kriegen und hegemonialer Geostrategie bringen.