Monatsarchive: Dezember 2015

USD LONG – das Boot ist voll

Wenn „Gott und die Welt“ auf einen steigenden US-Dollar wettet, sollte man sich doch die Frage stellen, wer wird jetzt noch Dollar kaufen? Es ist anzunehmen, dass solange sich die Marktteilnehmer dementsprechend positionieren, die Parität nicht erreicht werden sollte.

Interpretiere ich diese Grafik von Merrill Lynch richtig, so könnten 2016 auch Entwicklungsländer und Rohstoffe wieder interessant werden.

Der Aufstieg des Geldes: Die Währung der Geschichte

Aufstieg des GeldesNiall Ferguson ist derzeit sicher einer der bekannteste Historiker überhaupt. Viele seiner Bücher wurde mittlerweile als Dokumentation verfilmt, sodass man den Herren kennt, auch wenn man nicht gerne liest. Nichts desto trotz stellt die Qualität seiner Bücher jene dieser Dokumentationen in den Schatten. Leicht und verständlich zu lesen, vermittelt er Wissen auf sehr unterhaltsame Weise.

Im hier besprochenen Buch nimmt er den Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte der Welt aus der Perspektive des Geldes. Von den Märkten der Antike bis zur Immobilien-Krise 2008 beleuchtet er so ziemlich alles. China, Florenz, Napoleon, der Sezessionskrieg und die Tulpenzwiebelmanie, Rothschild und John Law, wie entstanden die Anleihenmärkte, wie die Aktienmärkte, wo wurde die erste Versicherungspolizze abgeschlossen und welche Auswirkungen hatte das alles auf den Verlauf der Geschichte der Menschheit.

„Geld regiert die Welt“, sagen und hören wir öfter. In diesem Buch finden wir die Rechtfertigung für dieses Sprichwort. Aber es ist viel mehr! Geld und vor allem die Märkte sind und waren der Treibstoff dieser Menschheit. Nicht nur heute, sondern sie waren schon immer. Einige Entwicklungen beeinflussten unser Sein negativ, viel mehr jedoch auch positiv. Wer Geschichte und Wirtschaft interessant findet, der wird dieses Buch lieben. Absolut empfehlenswerte, zeitlose Literatur.

Erschienen im Econ Verlag 2009 / ISBN-10: 3430200741

The Great Absurdity

Die niedrigsten Zinsen in 5000 Jahren – Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte. Wie verrückt die heutigen Zeiten sind und wie schlimm es um unsere Wirtschaft wirklich stehen muss, zeigt wohl am besten die Tatsache, dass wir in einer Zeit ohne historischen Vergleich leben. Verrückt erscheint auch die Tatsache, dass man ernsthaft zu glauben scheint, den größten Schuldenberg aller Zeiten mit einem noch größeren Schuldenberg bekämpfen zu können und der Staat – also die Summe aller Bürger – wirklich jede Last tragen kann, ohne irgendwann für seine wirtschaftlichen Fehltritte bezahlen zu müssen.

Jener Marktmechanismus, welcher der maßlosen Überschuldung Einhalt gebieten sollte, wurde seitens der Zentralbanken und Regierungen völlig außer Kraft gesetzt. Die Disziplinierung der Schuldner über den Preis eben dieser Schulden oder über deren Konkurs wurde für die größten Schuldner aller Zeiten, die Staaten, ausgesetzt. Der Zauberlehrling lässt grüßen. Nur, dass der Zauberlehrling zumindest der Lehrling eines echten Zauberers war. Unsere heutigen Entscheidungsträger sind nur mehr die Lehrlinge von gelernten Politikern und Bürokraten mit Allmachts-Phantasien ohne drei Zentimeter wirtschaftlichem Verständnis, jedoch echte Weltmeister im Ausgeben fremden Geldes, in der Etablierung eines hoch ineffizienten Bürokratismus und der Gabe zur „Verschlimmbesserung“. Zugute halten kann man ihnen wirklich nur mehr, dass sie entweder keine andere Möglichkeit mehr haben, wovon ich ausgehe, oder es wirklich nicht besser wissen, was ein noch größere Katastrophe wäre.

Unsere Staatenlenker, Ökonomen und Wirtschaftsweisen haben uns – bewusst oder unbewusst – direkt aus der „Great Recession“ in die „Great Absurdity“ geführt. Wie lange sich ein derart irres System halten kann mag ich nicht beurteilen. Ich fürchte jedoch wesentlich länger als wir alle es uns vorstellen können, den der Einfluss des Staates – zugunsten der Vernunft – wird weiter zunehmen und die kommenden Jahre werden von noch mehr Absurditäten und noch mehr unvorstellbarer Unvernunft geprägt sein. Am Ende der „Great Absurdity“ wird jedoch das Ende des Rechtsstaates, das Ende des freien Marktes und das Ende unserer Freiheit stehen. Historiker werden in vielen Jahren mit großen Augen auf die Naivität, Dummheit und Unvernunft dieser Zeiten zurückblicken.

 

4 Dinge, die jetzt für Edelmetalle sprechen

  • Die Spekulation ist raus. Der CoT Index von Gold steht bei 100, Silber bei 60 Punkten.
  • Die Saisonalität begünstigt bis in den Februar einen Anstieg der Edelmetallpreise.
  • Der starke Anstieg des Goldes am Freitag erklärte den Fall unter das Juli-Tief zu einem Fehlausbruch.
  • XAU und HUI zeigen deutlich relative Stärke. Viele Werte notieren heute schon, obwohl der Goldpreis knapp 100 Dollar tiefer steht, wieder über ihrem Hoch in den ersten Herbstwochen. Eine dementsprechende positive Divergenz konnte schon länger nicht mehr beobachtet werden.

 

Natürlich eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und der übergeordnete Abwärtstrend ist immer noch in Takt. Dennoch steht das kurzfristige Chancen-Risiko-Verhältnis derzeit gut. Edelmetallproduzenten sollten von dem erwarteten Anstieg überproportional profitieren können.