Monatsarchive: Juni 2015

Wenn Amis Amis nicht mehr trauen …

Texas holt sein Gold heim. Da man offenbar den Banken Washingtons misstraut, hat das texanische Parlament nun beschlossen sein Gold zurück nach Texas zu holen. Gold im Wert von einer Milliarde US-Dollar soll in Zukunft in einer eigenen Verwahrstelle gelagert werden. Gleichzeitig zeigt der Beschluss (Texas House Bill 483) aber auch, dass man nicht nur den Banken der Hauptstadt kein Vertrauen mehr schenkt, sondern dieses auch gegenüber der Washingtoner Regierung selbst verloren zu haben scheint. Denn eine „Anti-Beschlagnahmungsklausel“ ist auch teil des Erlasses der texanischen Regierung.

Sollte die US-Regierung dennoch vorhaben sich am Goldschatz der Texaner zu bereichern, zeigt sich der Initiator des Gesetzes, Giovanni Capriglione, gewillt, diesen im Fall der Fälle auch mit Waffengewalt zu verteidigen. Aus der Vogelperspektive betrachtet doch eine interessante Entwicklung.

Gedanken zu Russland, China, OPEC, Öl und USD

Ein Freund hat mir folgenden lesenswerten Kommentar zugespielt:

„Neue Statistiken belegen, dass die Russen die großen Konkurrenten der OPEC in China geworden sind: China importiert 36% mehr Öl aus Russland, während die Ölimportmengen aus dem Nahen Osten um über 10% eingebrochen sind. Russland hat heute einen Anteil an den chinesischen Ölimporten von 11%, nach 9% vor einem Jahr, Saudi Arabiens Anteil sank in der gleichen Zeit von 19% auf 16%. Das liegt auch am tieferen Rubel, der russisches Öl günstiger werden ließ. Dazu kommt ein weiteres Element. Die Öl-Tochter von Gazprom gab gestern Abend bekannt, ihren Ölhandel mit China vollständig in Rubel und Yuan abzurechnen, der USD wird dabei keine Rolle mehr spielen. Über die Handelssummen schweigt man sich aus. Damit wird immer mehr die eherne Petrodollar-Kette erodiert: In der Vergangenheit galt: Die Welt bezahlt mit USD, um ihr Öl zu kaufen, und die Petrodollars werden genutzt, um US-Staatsanleihen zu kaufen. Goldman Sachs hat berechnet, dass das in den kommenden drei Jahren durch den gefallenen Ölpreis für insgesamt 900 Milliarden USD nicht mehr gelten wird: Dieses Geld wird nicht mehr in Staatsanleihen wandern, da es bei den Konsumenten in den Industriestaaten hängen bleiben wird, die damit eher die Umsatzerlöse der Konsumgüterindustrie nach oben bewegen werden. Eine massive Veränderung, die auch die Geldpolitik der Zentralbanken massiv beeinflusst, heißt es bei Goldman Sachs.“