The Second Machine Age

Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird

Hier ist den Autoren Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee ein echt spannendes Buch gelungen. Sie sind der Meinung, dass wir uns in mitten einer digitalen Revolution befinden, eine Revolution, welche die Geschichte der Menschheit noch stärker beeinflussen wird als die Erfindung der Dampfmaschine.

Im ersten Teil erörtern Sie an Parametern wie Bevölkerungswachstum, Verstädterung, kultureller Entwicklung, etc. warum eben die Dampfmaschine und in direkter Linie Elektrizität und Verbrennungsmotoren bis vor kurzem wohl die wichtigste Erfindung der Menschheitsgeschichte darstellten. Da die Behauptung seitens der Autoren in einer schlüssigen Argumentationskette dargestellt wird, möchte ich diese Feststellung jetzt nicht kommentieren, auch wenn sich darüber sicher streiten lässt. Was jedoch gewiss keinen Raum für eine andere Meinung zulässt, ist die Feststellung, dass die Dampfmaschine dem Menschen erstmals die Möglichkeit gab, die Leistung, auf seine Muskelkraft bezogen, um ein bis zu diesem Zeitpunkt unvorstellbares Vielfaches zu steigern.

Genau hier setzt das Buch dann auch an, warum wir uns nun am Beginn des zweiten Maschinenzeitalters befinden. Was die Dampfmaschine für die Muskelkraft war, ist die digitale Technik für den Verstand des Menschen. Konnte die Menschheit mit Hilfe von Dampf, Öl und Strom in Bezug auf Kraft in neue Dimensionen vorstoßen, so katapultieren Computer und alle anderen auf Bits und Bytes beruhenden Technologien nun unseren Geist in diese Sphären.

Diese Annahme begründen die am MIT tätigen Brynjolfsson und McAfee in den ersten Kapiteln. Sie sind Beifahrer im selbstfahrenden Auto von Google, sie besuchen Roboter welche am Fließband wie Menschen arbeiten und sie beobachten IBMs Watson, welcher nach seinen „Jeopardy!-Karriere“ nun Ärzten bei komplizierten Diagnosen unterstützt. Viele weitere zukunftsweisende Technologien führend die Beiden ins Feld von fast perfekter Spracherkennung bis hin zu Brillen die Blinden die Zeitung vorlesen. Bringt man dementsprechende Technikbegeisterung mit, dann möchte man hier nicht mehr aufhören zu lesen.

In den weiter folgenden Kapiteln beschreiben die Autoren, warum sie annehmend, dass die Geschwindigkeit dieser an Sience-Fiction erinnernden Erfindungen immer schneller von statten gehen wird. Die letzten Kapitel beschäftigen sich dann mit den Auswirkungen auf den Menschen und die Wirtschaft und gleichzeitig versuchen die beiden Autoren sowohl Staatslenkern als auch jeden einzelnen Leser Ratschläge mitzugeben, wie mit dieser Zukunft umzugehen ist.

Alles in allem ein sehr lesenswerter Titel, auch wenn sich das Buch teilweise sehr unterschiedlich ließt. Teil man es in zwei Teile, so taucht man in der ersten Hälft in eine wirklich spannende Welt ein und glaubt einen Roman zu lesen, so liest sich die zweite Hälft eher wie eine wissenschaftliche Abhandlung. Dennoch verdient sich das Buch einen Platz in den häuslichen Bibliotheken, denn der Blickwinkel des Buches auf unsere Zukunft ist als visionär zu bezeichnen.

1. Auflage 2014 / ISBN 978-3864702112

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