Monatsarchive: Februar 2015

„Investment Ideen“ im Wikifolio Blog

Dominik Ziegler („TheValueScout“) hatte bei der Aktie des deutschen Branchenprimus schon im zweiten Halbjahr des abgelaufenen Jahres temporäre Rücksetzer zum Aufbau einer Position im wikifolio „Investment Ideen“ genutzt. Gegen den allgemeinen Trend erfolgte nun der Verkauf des kompletten Bestands, was ihm einen durchschnittlichen Gewinn von gut zwölf Prozent einbrachte. Das wikifolio selbst liegt mit einer Performance von gut 41 Prozent seit dem Start im Juni 2013 auf Allzeithoch. Nach einer längeren Seitwärtsphase geht es seit vergangenem Herbst wieder deutlich nach oben. Trotz eines nicht extrem breit diversifizierten Portfolios betrug der maximale Verlust bislang nur gut zehn Prozent.

Wikifolio-Blog –Jetzt kommt die EZB – Deutsche Banken im Fokus

Nasdaq kratz am Allzeithoch – Vergleich 2000 vs 2015

Der Nasdaq Composite schloss gestern nur 1,6 % unter seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2000. Barron’s veröffentlichte nun einen interessanten Vergleich der zehn größten Tech-Werte im Jahr 2000 und heute:

Nur mehr die KGVs von Facebook und Amazon stechen einem heute ins Auge, während damals die Anleger in der Euphorie der New Economy Blase die Bewertungen in schwindelerregende Höhen getrieben haben.

Bei den Bewertungen verbietet es sich von einer Blase zu sprechen, auch wenn der Index seit fünf Jahren gestiegen ist. Es muss uns jedoch auch klar sein, dass alte Hochs aus Sicht der Charttechnik oft erhebliche Widerstände darstellen, welche selten beim ersten Anlauf genommen werden. Sollte der Index nun eine längere Verschnaufpause einlegen, dann darf uns dies nicht überraschen.

TheValueScout Brainstorming

Renten: Die Charttechnik lässt beim T-Note Future einen weiteren Anstieg der Renditen in den Bereich 2,3 -2,4 % erwarten. Da die Korrelation zwischen T-Note und Bund-Future sehr hoch ist, sollten auch in Deutschland die Renditen weiter anziehen.

Aktien: Nach einer positiven Verfallswoche, so wie wir sie letzte Woche gesehen haben, sind einsetzende Gewinnmitnahmen in den nächsten Tagen die wahrscheinlichste Variante. Da derzeit aber immer mehr institutionelle Anleger, gemessen am Smart Money Flow Index, Geld in den Markt fließen lassen, rechen ich bei Kursrücksetzern mit weiteren „Buy the Dip“ – Käufern, sodass ich kurzfristig keine starken Rücksetzer erwarte. Solange der S&P-500 über 2040 Punkten notiert, bleibe ich bei meiner bullischen Ausrichtung im Wikifolio.

Edelmetalle: Gold und Silber kämpfen derzeit mit dem anziehenden Realzins. Wichtig wäre, dass wichtige Marken (Gold USD 1180 und EUR 1000) halten. Antizyklisch bleibt der Sektor interessant, denn wenn jeder über Deflation redet, sollte man – bei den weltweiten Gelddrucker-Orgien – die Inflation als mögliche Variante nicht ganz vergessen.

Erdöl: Der Ölpreis arbeitet weiter an seiner Bodenbildung. Hier werde ich aber das Überwinden wichtiger Widerstände (WTI 54 USD, BRENT 63 USD) abwarten, um prozyklisch den Anteil der Ölförderer im Wikifolio zu erhöhen.

QE – vom Irrtum der fallenden Zinsen

Gestern konnten wir beobachten, wie die US Renditen weiter anzogen. Einige Widerstände konnten dabei gebrochen werden, sodass wir in den nächsten Wochen weiter anziehende US-Renditen erwarten sollten. Auch der Bund-Future verlor gestern stark.

Generell wird gerne behauptet, dass QE die Zinsen fallen lässt. Folgender Chart der Wellenreiter entlarvt diese Annahme als falsch.

In den ersten Wochen nach Umsetzung von QE durch die FED konnte man immer anziehende Renditen beobachten. Auch wenn die Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Entwicklungen gibt, so sollte man diese Variante solange als das wahrscheinlichere Szenario erachten, bis ihr Gegenteil eingetreten ist.

Als weiteres Mosaiksteinchen sind die Renditen der 10-jährigen japanischen Anleihen zu erwähnen. Diese haben sich – trotz Abenomics – die letzten Wochen verdoppelt.

Aufgrund meiner Annahme der zumindest kurzfristig weiter anziehenden Renditen in den USA und Europa habe ich Hebelprodukte in mein Wikifolio „ET ValueScout Performance“ aufgenommen, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Der Bund-Future Short notiert derzeit mit 15 %, der T-Note Short mit 53 % im Plus.

Antizyklisch empfiehlt es sich sowieso über Inflation nachzudenken, wenn jeder von Deflation spricht

Nach wie vor pendelt der XAU um 75 Punkte. Meine Zielmarke für antizyklische Käufe ist noch gut 10 % entfernt. Gestern sahen wir einen starken Abverkauf bei Gold und Silber. Ob dieser zu einer Bereinigung der auf Verkaufen stehen CoT-Daten geführt hat bleibt abzuwarten. Auch wenn der Terminmarkt derzeit kurzfristig eher weiter rückläufige Notierungen erwarten lässt, stehen die Chancen gut, dass Minenwerte 2015 zu den besten Anlageklassen zählen werden, denn vor allem Kupfer gibt derzeit seitens des Terminmarktes kräftige Lebenszeichen von sich – Dr. Copper gilt als einer der besten Inflationsparameter. Antizyklisch empfiehlt es sich sowieso über Inflation nachzudenken, wenn jeder von Deflation spricht.

Marc Faber „Wenn ich Deutschland wäre, ich würde aus der EU austreten.“

Bezüglich EZB-QE gefragt, antwortet er: „Weshalb haben wir einen derartigen Schlammassel im Finanzbereich? Weil die Notenbanken die Kreditblase von 2007 geschaffen haben. Das muss man ganz klar sehen. Und nachher ist die Finanzblase geplatzt, und dann … erscheinen die Notenbanken und machen dem Publikum weiß, sie hätten die Welt gerettet, die sie vorher selber zerstört haben.“

Zum Grexit findet er folgende Worte: „Wenn ich Deutschland wäre, ich würde aus der EU austreten. Die anderen sollen sich dann selber drum kümmern. Weshalb sollen die deutschen Steuerzahler immer alles bezahlen müssen?“

Seine Marktmeinung: „Ich glaube, dass die Bewertungen der Aktien heute sehr hoch sind. Vor allem in den Vereinigten Staaten, nicht so in Europa und am günstigsten sind derzeit Schwellenländern. Ein Basket aus Schwellenländeraktien sollte eine Rendite von 5 % pa erwirtschaften. Das ist nicht viel, jedoch im Verhältnis zu negativen Renditen bei Staatsanleihen jedoch eine ganze Menge.

Nach 50 % Anstieg der Shanghaier Börse sollte nun eine kleine Korrektur kommen, dann sollte der Anstieg wegen des vielen gedruckten Geldes weitergehen.“

Anlageempfehlung: Auch wenn seine Erwartung von Kursanstiegen bei Immobilienwerte nicht so ausgeprägt ist, favorisiert er diese Werte aufgrund der durchschnittlichen Dividendenrendite von 6 %.

XAU – Kursziel 68 / Cashquote bleibt bei 25 %

Nachdem der XAU an seinem Widerstand bei 82 Punkten gescheitert ist und gestern an seine Unterstützung bei 75 herangerückt ist, rückt bei einem Unterschreiten der 75 Punkte nun der Stand von 68 Punkten in den Fokus. Spätestens hier werde ich beginnen antizyklische Käufe zu tätigen. Die hohe Cash-Quote von aktuell 25 % gibt mir genügend Liquidität um an dieser Marke zugreifen zu können. Sollten die 68 Punkte nicht angelaufen werden, wird bei einem Überschreiten der Marke von 82 Punkten dieser Ausbruch prozyklisch gekauft.

Die Struktur am Terminmarkt signalisiert derzeit eher weiter schwächere Gold- und Silbernotierungen. Auch wenn der Minensektor derzeit aufgrund der niedrigeren Energiekosten fundamentale Unterstützung erhält, ist doch ein Anlaufen der 68 Punkte im XAU die wahrscheinlichere Variante.

RTX im Fokus

Aufgrund der sich abzeichnenden Lösung im Ukraine-Konflikt beim Gipfeltreffen in Minsk, reagiert heute nicht nur DAX, sondern auch der RTX mit Kursaufschlägen. Der im Wikifolio geführt ETF legte bis heute Mittag gut 3 % zu. Seit der Aufnahme ins Wikifolio, zum Hoch der „Rubelkrise“ im November, liegt der Wert mit soliden 45 % im Plus.

Sollten die Friedensverhandlungen wirklich zu einer langfristigen Stabilisierung der Region führen – ich bin da immer skeptisch und fühle mich bei solchen Treffen oft an den Münchner Frieden 1938 erinnert – und es, meiner Erwartung entsprechend, im Laufe des ersten Quartals 2015 zu einem Boden beim Ölpreis kommen, erwarte ich hier weitere Kursaufschläge in den kommenden Wochen. Ich bleibe daher hier weiter investiert.

« Ältere Einträge