Nordkorea: „Aktuell finden eindeutig dramatische Veränderungen statt“ (Jim Rogers)

Jim Rogers über Nordkorea:

„Man muss natürlich hingehen und dort direkt investieren. Einen Aktienmarkt gibt es nicht. Es gibt keine Finanzmärkte, keine Anleihemärkte, nichts dergleichen. Hier bieten sich nur Direktinvestitionen an. Wie sich herausstellt, sind die sogar Amerikanern erlaubt, in bestimmten Bereichen – Pharmaindustrie, Nahrungsmittel – solche Dinge. Man kann natürlich nicht in Uran oder Waffen investieren, es gibt aber zumindest Dinge, in die man investieren kann. Man muss nur vor Ort sein und direkt investieren.

Wie 1980 in China. Dung Chou Ping sagte 78, wir müssen uns ändern, und dann fingen sie damit an. Und auch hier beginnen die Veränderungen. Es lief vor ein oder zwei Jahren an und gewinnt jetzt an Fahrt. Hier wurden inzwischen internationale Marathons ausgetragen. Man kann Fahrradtouren machen. Man kann heute eine ganze Menge in Nordkorea machen, was vor drei Jahren noch undenkbar war.

Wenn der Vater dieses sehr jungen Mannes noch leben würde, würde man den neuen Staatsmann womöglich erschießen. Wäre sein Großvater noch am Leben, er würde ihn mit Sicherheit quälen und dann erschießen. Der junge Staatsmann und seine Generäle wissen aber, dass sich die Welt verändert hat und dass man sich mit verändern muss.

Aktuell finden eindeutig dramatische Veränderungen statt – vor unseren Augen. Als ich dort war, wollte ich in den nördlichen Teil Nordkoreas fahren. Ich wollte einen Ort namens Rason besichtigen, weil es der nördlichste eisfreie Hafen in Asien ist. Die Russen haben ihn gerade renoviert und Rason an die Transsibirische Eisenbahn angebunden. Wenn man die Güter in Rason auf den Zug verlädt und nach Berlin oder Paris schafft, ist man ein paar Wochen schneller als mit dem Schiff. Die Russen haben zwei neue Docks gebaut und die Chinesen auch. All das passiert, während wir hier sprechen. Nicht irgendwann in Zukunft und nicht vor fünf Jahren. Heute, hier und jetzt. Das wollte ich mit eigenen Augen sehen.

Ich lese dieselbe Amerika-Propaganda über das arme, hungernde Nordkorea, genau wie Sie. Und Propaganda erzählt einem halt nicht alles. Ich ging auf einen Markt und fand hunderte Stände vor, tausende Kunden, es gab alles, was man sich vorstellen konnte. Hier gab es sogar elektronische Geräte, die – für mich – so fortschrittlich waren, dass ich nicht einmal wusste, was das war; ich bin allerdings ein ziemlich hoffnungsloser Fall. Aber all diese Dinge – Essen, Produkte, Alkohol, eigentlich fast alles, was man will; und die Menschen dort verkauften und kauften im großen Stil.

Es gab hunderte Menschen, die aus China und Russland über die Grenze gekommen waren. Wenn die Leute mich auf der Straße sahen, sagten Sie „Hallo“ auf Russisch, denn die einzigen Europiden dort oben sind eben Russen. All das passiert gerade, und es passiert ziemlich schnell und drastisch. Man wüsste nichts davon, wenn man die amerikanische Propaganda liest; aber die Amerikaner bekommen es immer viel später mit, wenn wir es überhaupt mitbekommen. Myanmar bekamen wir sehr spät mit, China unglaublich spät, etc.“

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